Im Reisswolf: Video on Demand - heute bestellt, übermorgen geliefert

21. November 2012, 10:23
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Video on Demand ist gut und recht, findet Kolumnist Peter Wolf. Doch wenn die Settopbox 111 Stunden benötigt, um eine 40-minütigen Sendung herunterzuladen, läuft etwas schief.

Video on Demand ist gut und recht, findet Kolumnist Peter Wolf. Doch wenn die Settopbox 111 Stunden benötigt, um eine 40-minütigen Sendung herunterzuladen, läuft etwas schief.
Alles hatte ich versucht, um mein bockendes Video-on-Demand-System zum Laufen zu bringen. Bloss das Naheliegendste nicht berücksichtigt: Ein funktionierendes System sollte man gar nicht erst aus dem Gleichgewicht bringen.
Seit ich vorgestern meine neue Apple-TV-Settopbox durch die alte ersetzt habe, kann ich endlich wieder Filme auf Abruf schauen. Vorher dauerte es Stunden, wenn nicht Tage, bis so eine Datei zum Konsum geladen war ("Ready to play in 111 hours 30 minutes" war zum Beispiel eine typische Rückmeldung auf den Kauf einer 40-minütigen Episode). Damit nicht genug. Die Statusanzeige log auch noch schamlos: In der Regel stieg die angezeigte Stundenzahl mit fortdauerndem Download sogar noch an.
All diese Widrigkeiten hielten mich jedoch nicht davon ab, an den Fortschritt und an Produktverbesserungen zu glauben. Obwohl aus "Video on Demand" immer öfter "Video übermorgen" wurde. Ich war schon fast so weit, Filme irgendwoher raubzukopieren, wenn ich schon nichts kaufen oder mieten konnte.
Kürzlich kapitulierte ich jedoch und entsann mich der Lebensweisheit "never change a running system", was natürlich im krassen Widerspruch steht zu meinem Berufsverständnis als Trend Scout. Aber manchmal will man ja auch einfach nur konsumieren. Deshalb verrichtet jetzt das alte Gerät wieder seine Dienste, heizt wie früher die ganze Wohnung und schmilzt wohl bald durch den Boden – aber immerhin kann ich Filme schauen.
In Zukunft sollte ich wohl Altes durch Neues nur ersetzen, nachdem sich ein Parallelbetrieb bewährt hat. (Peter Wolf)
Peter Wolf (48) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-Research und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.
Zeichnung: Barbara Donnarumma für inside-it.ch

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