Im Reisswolf: "Was hänzi gha?"

26. Februar 2014, 14:53
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Unser Kolumnist Peter Wolf will nicht immer die gleichen Fragen beantworten müssen.

Unser Kolumnist Peter Wolf will nicht immer die gleichen Fragen beantworten müssen.
Was verleitet Restaurantpersonal eigentlich zur unverschämten Annahme, wenn mehrere Leute an einem Tisch gegessen haben und nach der Rechnung verlangen, dass jeweils einer der Gäste für alle zahle? "Alles zäme?" lautet jedes Mal die Standardfrage, wenn ich mit mehr Leuten als mit mir alleine mittagessen gehe, und es ist jedes Mal unangenehm, wenn man dem Rechnungsüberbringer klar machen muss, dass gemeinsame Nahrungsaufnahme nicht zwingend gemeinsame Haushaltsführung bedeute. Vor allem, wenn Arbeitskollegen miteinander zum Mittagessen gehen. Ist der Kellner einfach zu faul zum zusammenzählen? Dafür gäbe es nämlich eine App.
Die unvermeidliche Folgefrage auf den Wunsch nach getrennter Rechnung lautet dann: "Was hänzi gha?" ("Welchen individuellen Verköstigungswünschen nachzugehen hat der jeweilige Gast die Frecheit gehabt?").
Um das zu wissen, bräuchte es nicht einmal eine App, sondern einfach eine schlaue Methode, auf dem Notizblock Bestellung und Besteller festzuhalten. Dann muss beim Servieren auch nicht immer gefragt werden, wer was bestellt hat.
Künftig wird man in Restaurants vermehrt kostengünstige Kassensysteme antreffen, bei denen ein Tablet die Funktion der Registrierkasse übernimmt. Inklusive Interaktion mit Bargeldschublade, Belegdrucker und Kartenleser. Und ein Smartphone zur Annahme von Bestellungen und deren Übermittlung in die Küche verwendet werden kann.
Aber ich wage zu wetten, dass auch solcherart aufgerüstetes Servierpersonal bei mittagessenden Arbeitskollegen immer noch routinemässig zuerst "alles zäme?" fragt und anschliessend "was hänzi gha?".
Nur so am Rande: Wenn vier Leute separat zahlen, gibt es vier Mal eine Chance auf Trinkgeld. Wenn einer für alle zahlt und das Geld dann bei den Kollegen eintreiben muss, gibt es höchstens ein Mal Trinkgeld.
Peter Wolf (49) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-Research und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.
Zeichnung: Barbara Donnarumma für inside-it.ch

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