In Bern werden Stimmzettel künftig elektronisch ausgezählt

23. Dezember 2013, 14:47
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Die Stadt Bern stellt ab dem neuen Jahr ihr Abstimmungssystem um: Die eingegangenen Stimmzettel werden nicht mehr wie bisher manuell ausgezählt, sondern mittels eines elektronischen Systems.

Die Stadt Bern stellt ab dem neuen Jahr ihr Abstimmungssystem um: Die eingegangenen Stimmzettel werden nicht mehr wie bisher manuell ausgezählt, sondern mittels eines elektronischen Systems.
Es werde zunehmend schwieriger, genügend Stimmbürger aufzubieten, die an den Abstimmungswochenenden die Zettel von Hand auszählten, sagte Vize-Stadtschreiberin Christa Hostettler anlässlich einer Medienorientierung am Montag.
Nicht zuletzt deswegen habe man sich entschlossen, dem Beispiel der Stadt St. Gallen zu folgen und die Zettel ab dem neuen Jahr elektronisch auszuzählen. Auch Westschweizer Städte wie Genf oder Yverdon werten ihre Stimmzettel bereits elektronisch aus, jedoch mit anderen Systemen.
Pro Urnengang erhalten die Berner Stimmbürger künftig nur noch einen Zettel, darauf befinden sich alle städtischen, kantonalen und eidgenössischen Vorlagen. Das handschriftliche "Ja" oder "Nein" entfällt, Kreuzchen an der gewünschten Stelle genügen.
Zur Auswertung lesen Scanner die eingegangenen Zettel ein und werten sie mithilfe des Systems Intelligent Mark Recognition (IMR) aus. "Der Computer misst den Schwarzanteil im Feld", sagte Hostettler. Eingesetzt würden solche Systeme etwa bei der Auswertung von Fragebögen.
Am 9. Dezember hatte die Bundeskanzlei der Stadt Bern die Bewilligung für die elektronische Auszählung erteilt. Bei den Abstimmungen am 9. Februar 2014 kommt das neue System erstmals zum Einsatz.
Stadt hofft auf Einsparungen
Dank des elektronischen Systems reduziert sich laut Angaben der Stadt die Zahl der Berner Bürgerinnen und Bürger, die zur Mithilfe aufgeboten werden, um gut zwei Drittel von etwa 300 auf 80 Personen. Bern will mit dem neuen System nicht nur Manpower einsparen, sondern auch die Ausgaben für die Logistik und die Infrastruktur senken. Insgesamt investierte die Stadt 100'000 Franken in das elektronische System. Wie hoch auf der anderen Seite die Einsparungen sein werden, wird sich erst zeigen.
Weil der Computer Unklarheiten oder gefälschte Zettel erkennt und sie meldet, hofft man in Bern auch auf eine tiefere Fehlerquote. Und wenn alle Stricke reissen würden, könne man nach wie vor auf die manuelle Zählung zurückgreifen, sagte Hostettler mit Blick auf einen allfälligen Systemausfall. (sda/mim)

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