In China setzt ABB künftig auch auf die Huawei-Cloud

20. September 2019, 10:26
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An der Huawei-Hausmesse Connect 2019 hat ABB angekündigt, seine Plattform-Angebot Ability für chinesische Kunden auch aus der Cloud von Huawei anzubieten.

An der Huawei-Hausmesse Connect 2019 hat ABB angekündigt, seine Plattform-Angebot Ability für chinesische Kunden auch aus der Cloud von Huawei anzubieten. Der Schweizer Elektrotechnikkonzern beschäftigt in China in 131 chinesischen Städten in 44 lokalen Unternehmen rund 19'500 Personen. Insgesamt ist ABB mit rund 147'000 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern tätig. Dabei sei China der zweitgrösste Markt, in den seit 1992 mehr als 2,4 Milliarden Dollar investiert worden seien.
Herausgestrichen wird zudem, dass in den Städten Xiamen 300 Millionen Dollar in ein Innovations- und Produktionszentrum geflossen sind, in Chongqing ein Robotik-Anwendungszentrum betrieben werde und 150 Millionen Dollar in eine neue Robotik-Fabrik in Shanghai investiert wurden.
Die ABB-Ability-Plattform existiert seit 2017 und bietet weltweit mehr als 220 digitale Lösungen für die Planung, den Bau und den Betrieb von Industriebetrieben. Der Entscheid, sie aus der Huawei-Cloud anzubieten, sei "nach einer gründlichen Analyse verschiedener Optionen in China" erfolgt. Ausschlaggebend dafür seien die "Technologiekompetenz, die starke Unternehmenskundenbasis im öffentlichen Sektor und die hohen Compliance- und Cybersicherheitsstandards" der Huawei Cloud gewesen.
Wie eng die Zusammenarbeit ist, habe man an der diesjährigen Connect auch in Sachen Künstliche Intelligenz demonstriert, schreibt ABB weiter. Dort wurde ein Roboter für die Abfalltrennung gezeigt, der mit einem Modul des Huawei AI-Accelerator ausgestattet war.
Laut 'NZZ' habe ABB für die Ability-Plattform bisher die Azure-Cloud bevorzugt, für deren Betrieb Microsoft in China auf den Infrastrukturdienstleiter 21Vianet als den im Reich der Mitte zwingend benötigten Partner setzt.
Dass nun auch eine Cloud von Huawei hinzukommt, sei wohl nicht nur den lokalen Kundenbedürfnissen geschuldet, heisst es im Zeitungsbericht weiter: "Dahinter dürfte jedoch der schwelende Handelskonflikt zwischen China und den USA stecken, der zunehmend auch einen Keil zwischen geschäftliche Vereinbarungen treibt. ABB dürfte es schwer fallen, einer vom Staat kontrollierten chinesischen Firma eine Ability-Lösung zusammen mit einer Microsoft-Cloud zu verkaufen."
Interessant ist auch, dass die 'NZZ' meint, den Elektronikkonzern warnen zu müssen: "ABB setzt mit diesem Entscheid seinen Ruf aufs Spiel". Dazu wird auf die Spionagevorwürfe im Westen verwiesen.
Wobei man allerdings wissen kann, dass insbesondere die USA Druck ausüben, um Huawei als 5G-Infrastrukturanbieter in der westlichen Welt aussen vor zu halten und in diesem Zusammenhang seit Monaten auf das angebliche Ausspähen von Geschäftsgeheimnissen, hat man sich derzeit noch immer mit den weltweit blühenden Spekulationen und Gerüchten zu begnügen. (vri)

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