In drei Regionen gibt’s ab heute das beinahe selbstlösende GPS-Ticket

28. April 2016, 14:33
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Neue Billettlösungen über Smartphones sollen den Reisenden den Kauf von Fahrkarten erleichtern.

Neue Billettlösungen über Smartphones sollen den Reisenden den Kauf von Fahrkarten erleichtern. Die Verkehrsbetriebe Freiburg und Luzern haben zusammen mit der Rhätischen Bahn eine neue App namens Fairtiq lanciert.
Vorerst ist die App für die Tarifverbünde Frimobil im Kanton Freiburg, Passepartout in den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden sowie Engadin Mobil im Oberengadin erhältlich.
Mit weiteren Tarifverbünden stehen die Initianten nach eigenen Angaben im Gespräch. Ab Ende August soll beispielsweise der Raum Thun dazukommen. Die Initianten hoffen, dass Fairtiq dereinst in der ganzen Schweiz zum Einsatz kommen könnte.
"Die Fahrgäste wollen eigentlich kein Ticket lösen. Sie wollen fahren. Deshalb braucht es Lösungen, die einfach zu bedienen sowie immer und überall verfügbar sind", wird Norbert Schmassmann, Direktor der Verkehrsbetriebe Luzern in einer Mitteilung zitiert.
Fairtiq funktioniert so, dass der Reisende beim Einsteigen in den Bus oder in den Zug die App startet und eincheckt. Via GPS wird nachvollzogen, an welcher Haltestelle sich der Fahrgast befindet. Am Ende der Reise schliesst der Kunde die App. Ihm wird dann das preisgünstigste Billett verrechnet, das er via Kreditkarte oder Handyrechnung bezahlt. Gibt der App-Nutzer an einem Tag mehr aus als die Tageskarte gekostet hätte, wird ihm nachträglich nur diese belastet.
Mobile Lösungen für den ÖV-Ticketverkauf gibt es bereits verschiedene. Der abtretende SBB-Präsident Ulrich Gygy wünschte sich darum jüngst in einem Interview mit der 'NZZ' mehr Kooperation bei modernen Billettlösungen.
Die Vision vom sich fast von selbst erledigenden Ticketkauf gibt es schon lange. Zu Beginn der Nullerjahre testeten SBB, Postauto und der Verband des öffentlichen Verkehrs (VöV) ein System namens Easy Ride. Es basierte auf einer Chipkarte und wurde bereits 2002 wieder eingestellt.
App zeichnet auch Fussweg auf
Wer wissen will, was Fairtiq mit seinen Daten anstellt, wird im FAQ nicht fündig. Erst in den sieben Seiten langen AGB erfährt der Nutzer: Seine Daten werden zwar anonymisiert, aufgezeichnet wird aber nicht nur die Fahrt. Nach dem Check-Out zeichnet die App noch weitere fünf Minuten lang den Standort auf. Fairtiq begründet dieses Vorgehen mit einer "kontinuierlichen Verbesserung der Check-Out-Warnung". Sie soll den Nutzer beim Ausstieg daran erinnern, auf der App auszuchecken.
Auch heikel: Anders als beim Kauf am Ticketautomat im Bus kann die App nur verwendet werden, wenn vor dem Einsteigen eingecheckt wird. Wer knapp dran ist, muss also weiterhin auf das Ticket auf Papier ausweichen können. (sda/mik)

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