"In eine neue Ära der Innovation eintreten"

28. April 2021, 16:00
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Atlassian lanciert ein Jira-Produkt, das auch HR oder Legal nutzen sollen. Die Australier erklären die Idee dahinter.

Atlassian versucht, sich mit ihrem Kernprodukt Jira aus dem Korsett der Software-Entwicklung zu befreien und ganz neue User-Gruppen zu erreichen. Die Vision: Jira als "gemeinsames Rückgrat der agilen Zusammenarbeit für alle Teams".
Die Australier stellten dafür in einer virtuellen Medienkonferenz Jira Work Management vor. Es ist das erste Produkt von "Point A", einem neuen Atlassian-Innovationsprogramm, das Ideen von Early-Adopter-Kunden mit Produktteams generieren soll. "Wir glauben, dass wir kurz davor stehen, in eine neue Ära der Innovation einzutreten", sagte Noah Wasmer, Head of Technical Teams bei Atlassian, selbst überzeugt, dass die Corona-Pandemie die Bedürfnisse nach Kollaboration und Team-Tracking durch Technologie erhöhe.
Zudem glaubt die Firma, die mit Confluence und Jira gross wurde, dass jetzt Agile für alle Teams im Kommen sei und Atlassian demzufolge diesen Markt erschliessen könne. "50% der Jira-Nutzer sind heute schon ausserhalb der Software-Teams", sagte Chase Wilson, Head of Product Marketing, Jira Work Management, vor internationalen Medien.

Keine Jira-Funktionen wie Code oder Backlog

Jira Work Management wird vorgestellt als strukturiertes Arbeitsmanagement-Tool zur Planung und zum Tracking von Arbeit in Business-Teams und Projekten und dies einerseits stark konfigurierbar – inklusive Hintergrundfarben – und andererseits innerhalb eines definierten Rahmens.
Im Visier hat Atlassian HR-, Management-, Legal- oder auch Sales-Teams, welche konsistente Tabellenkalkulationen, Kalender, Formulare und Zeitpläne benötigen. Aber – um dies gleich klarzustellen – die Businessteams erhalten keine Jira-Funktionen wie Code, Pipelines und Backlog. "Jira Work Management enthält nur, was sie für die Arbeit benötigen", versprach Chase. Als Beispiel für übergreifende Kollaboration nannte er ein Formular, mit welchem Legal die nötigen Informationen einholen könne, um DSGVO-Kompatibilität von IT-Projekten zu prüfen.
Mit rund 20 konfigurierbaren Templates soll den IT-fernen Business-Teams der Weg in die Atlassian-Welt erleichtert werden, so die Firmen-Vertreter weiter und Automatisierungsmöglichkeiten sollen den Entscheid für das neue Produkt weiter erleichtern.
Jira Work Management, ein reines Cloud-Produkt, ist eigentlich auch der neue Name und die "Neuinterpretation" von Jira Core Cloud mit neuen Funktionalitäten, heisst es beim Hersteller. Es ersetzt kein bisheriges Produkt, weder Jira Software, noch Trello oder Jira Service Management: "Es ist nicht für servicebasierte Teams oder Agenten optimiert, die oft mehr servicespezifische Funktionen wie Warteschlangen, Kundenportale und SLAs benötigen", erklären die Australier.

Was ist mit Confluence?

Aber auch ins Service Management investiert Atlassian. Die Firma hat soeben Thinktilt übernommen, den Anbieter von Proforma-Formularen.
Aber alle Produkten werden zusammenspielen, heisst das Versprechen. Dies gelte nicht nur für Atlassian-Produkte, sondern auch für Slack, Teams und andere Dritte. Entsprechend sagt die Firma, man wolle die "Rückgrat"-Produkte für die gesamte Organisation bieten. Und das "neue Familienmitglied" Jira Work Management werde kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Gleichzeitig bleibt auch das traditionelle Atlassian-Klientel nicht aussen vor. Die Australier stellen gleichzeitig auch ein vorkonfiguriertes Jira-Projekt namens "Open DevOps" vor, das Atlassian-Produkte und Partnerangebote kombiniert und sich an Teams richtet, die ihre eigenen Services entwickeln und betreiben.
Noch vage bleibt Wasmer an der Medienkonferenz, was das weitere Kernprodukt Confluence betrifft. Man arbeite bei Atlassian intern zwar mit einem konsistenten Framework und strebe eine tiefere Integration aller Produkte an, aber einen Zeitplan oder konkrete Informationen gab es nicht zu hören.
Atlassian hatte kürzlich mitgeteilt, man erwarte einen Umsatz zwischen 566 und 572 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 38% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Unternehmen hat insgesamt rund 200'000 Kunden weltweit, wovon laut Eigenangaben etwa die Hälfte Jira nutzen.

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