In El Salvador ist Bitcoin ein offizielles Zahlungs­mittel

6. September 2021, 09:54
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Das zentralamerikanische Land ist das erste, das Bitcoin gesetzlich als Zahlungs­mittel anerkennt. Dafür gibt es auch Kritik.

In El Salvador wird Bitcoin ein gesetzliches Zahlungsmittel. Ein entsprechendes Gesetz war vor 3 Monaten verabschiedet worden und tritt am Dienstag, 7. September in Kraft. Damit ist das zentralamerikanische Land das erste, das die Digitalwährung als offizielles Zahlungsmittel anerkennt.
Das Gesetz sieht vor, dass jeder Händler Bitcoin annehmen muss, der technisch dazu in der Lage ist. Auch Steuern können mit der Kryptowährung bezahlt werden.

Zugang zu Finanzdienstleistungen soll erleichtert werden

Die Regierung stelle das Gesetz als Mittel zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und der Beschäftigung dar, so 'BBC'. Etwa 70% der Menschen in El Salvador haben demnach kein Bankkonto.
Viele Bürger sind auf Geldsendungen von im Ausland arbeitenden Familienmitgliedern abhängig. Die Befürworter des neuen Gesetzes argumentieren, dass die Verwendung von Bitcoin den Versand von Geld nach Hause billiger machen könnte.

Händler sorgen sich um Preisschwankungen

Aber das neue Gesetz stosst nicht nur auf Begeisterung. Einer Umfrage der Universidad Centroamericana (UCA) zufolge lehnen fast 70% der 1300 Teilnehmenden das Gesetz ab, schreibt die Nachrichtenagentur 'AP News'. 
Auch die Weltbank habe vor der Einführung gewarnt, schreibt die 'BBC'. Die Bevölkerung sei nicht auf den Schritt vorbereitet.
Händler scheuen sich zudem davor, Bitcoin anzunehmen, weil der Preis so volatil und unberechenbar ist, geht aus einer weiteren Befragung hervor.
Kritiker bezeichnen die Einführung als "aufmerksamkeitsheischenden Schritt" eines "autoritären Regimes", zitiert die 'BBC'. Zudem gebe es Analysen, die zeigen, dass die Umtauschkosten am Ende sogar höher sein könnten. "Bitcoin ist von Natur aus ein schlechtes Zahlungsmittel, da es für kleine Transaktionen recht kostspielig ist", so ein "Markets.com"-Analyst. 
In El Salvador, das gut 6 Millionen Einwohner zählt, werden laut der 'BBC' zufolge 200 neue Geldautomaten aufgestellt, an denen US-Dollar in Bitcoin umgetauscht werden können. Die Regierung von El Salvador biete jedem Bürger 30 Dollar in Bitcoin an, um die Nutzung der Kryptowährung und einem staatlichen Wallet zu fördern. 

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