In Frankreich fallen Notruf-Nummern landesweit aus

3. Juni 2021, 15:49
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Stundenlange Störungen könnten zu Todesfällen geführt haben. Schuld scheint eine IT-Panne zu sein.

In Frankreich ist es durch eine schwere Panne beim Telco Orange landesweit zu Störungen bei den Notrufnummern gekommen. Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran sprach von drei bis vier Todesfällen. Es sei aber zu früh, um Schlüsse zu ziehen und eine Verbindung zu der Panne herzustellen. Auch Präsident Emmanuel Macron sagte der französischen Nachrichtenagentur 'AFP' zufolge, es sei zu früh, um eine Bilanz der Situation zu ziehen, man sei aber besorgt.
Bereits am frühen Abend des 2.6. hatte es Störungen bei den Notrufnummern gegeben. In der Nacht zum 3.6. waren rund 400 Ersatznummern eingerichtet worden, um die Feuerwehr, die Polizei oder einen Notarzt weiterhin zu erreichen.
Am Nachmittag teilte Frankreichs Innenminister Darmanin auf Twitter mit, dass es zwar noch vereinzelte Störungen gebe, die Situation sich aber verbessert habe. Die Ausweichnummern sollten noch bis zum Morgen des 4.6. weiter bestehen. Darmanin bezeichnete die Störungen als schwer und nicht hinnehmbar.
Die genaue Ursache der Panne war zunächst unklar. Orange-CEO Stéphane Richard schloss einen Hacker-Angriff im Sender 'TF1' aus. Eher handle es sich um eine Softwarepanne.
"Wir hatten wir einen extrem seltenen Software-Vorfall bei einer Reihe von Geräten, gleichzeitig an sechs verschiedenen Standorten. Trotz der Redundanz unserer Systeme, die es uns theoretisch erlauben, mit drei von sechs Standorten zu arbeiten, sind alle Standorte ausgefallen", erklärt Fabienne Dulac, CEO von Orange Frankreich, gegenüber 'BFMTV'.
Das Netz werde noch verstärkt überwacht, die Dienste funktionierten aber wieder vollständig. Auf Twitter entschuldigte sich Richard für den Vorfall.
Die Störung zieht nun Forderungen nach Aufklärung hinter sich.

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