In fünf Jahren: Alles lernt, sagt IBM

17. Dezember 2013, 15:35
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IBMs "5 in 5": fünf Technologien, die in fünf Jahren aktuell sein könnten.

IBMs "5 in 5": fünf Technologien, die in fünf Jahren aktuell sein könnten.
Seit einigen Jahren publiziert IBM jährlich eine Liste von Zukunftsvorhersagen seiner Top-Wissenschaftler. Diese benennen jeweils fünf revolutionäre Technologien, die in den nächsten fünf Jahren ihren Durchbruch erleben könnten. Die "Five in Five" kann man vor allem als interessanten Denkanstoss betrachten - Die Trefferquote der IBM-Auguren war allerdings bisher nicht allzu hoch. Davon kann man sich zum Beispiel in den Vorhersagen des Jahres 2008 überzeugen. Was damals aufgelistet wurde, scheint auch fünf Jahre später noch mehrheitlich Zukunftsmusik. Manchmal geht es halt doch etwas länger, als IBM denkt.
Ausserdem werden die Vorhersagen stark davon geprägt, was IBM selbst gerade an Spitzentechnologie auf Lager hat. Dieses Jahr sind lernfähige IT-Systeme à la "Watson" der rote Faden der Five in Five. Hier die aktuellen Vorhersagen:
1. Das Klassenzimmer lernt die Schüler
Dachten Sie, dass Sie uns gerade bei einem klassischen lehrt/lernt-Schreibfehler erwischt hätten? Mitnichten. Klassenzimmer - beziehungsweise die IT-Systeme der Schulen - werden in den nächsten Jahren immer mehr über die Schüler lernen. Quelle dieser Daten sind unter anderem Online-Lehrangebote und andere E-Learning-Plattformen. Die langfristig gesammelten Nutzerdaten könnten von kognitiven Systemen daraufhin analysiert werden, wie einzelne Schüler am besten lernen. Dies wiederum könnte für automatisch individualisierte Bildungsangebote genutzt werden.
2. Physische Shops erhalten wieder die Oberhand über Online-Shops
Online-Shopping ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Aber in den kommenden Jahren, so IBM, werden physische Läden wieder viele Online-Shopper zurückerobern. Gelingen soll dies durch eine Mischung der traditionellen Stärken der Läden - Kunden können Dinge anfassen und gleich mitnehmen - mit der "Intelligenz" von kognitiven Systemen. Ein "Shopping-Watson" könnte Kunden durch den Laden geleiten und basierend auf direkten Fragen, früheren Käufen, Vorlieben, Blogeinträgen des Kunden selbst oder von Freunden und vielem mehr individuelle Empfehlungen abgeben. Ein ähnliches System soll auch dem Ladenpersonal helfen.
3: Ärzte benützen routinemässig DNA-Tests, um uns gesund zu halten
DNA-Tests des gesamten Genoms, die zu konkreten Behandlungsentscheiden herangezogen werden führen, sind heute noch rar. Aber kognitive Systeme, welche die Analyse übernehmen sowie Cloud-Computing werden dies zur Routine machen, glaubt IBM. Die Kombination erlaube es, umfassende Analysen sowohl schneller als auch wesentlich günstiger durchzuführen.
4. Ein digitaler Wächter beschützt uns
Security soll automatisierter werden und uns auf der Tatsache basierend beschützen, dass wir halt "so sind, wie wir sind". Etwas präziser gesagt soll ein intelligenter "digitaler Beschützer" kontinuierlich alle unsere Daten, Geräte und Applikationen überwachen. Er kann lernen, was normale Vorgänge sind, und welche ungewöhnliche Aktivität etwas bedrohliches, beispielsweise einen Identitätsdiebstahl, anzeigen könnte.
5. Die Stadt hilft uns, in ihr zu leben
Smartphones, die ihrerseits mit kognitiven Systemen verbunden sind, könnten als "digitaler Schlüssel" zum Stadtleben dienen. Leute sollen jederzeit ganz einfach herausfinden können, was gerade vor sich geht und für sie wichtig sein könnte. Das kognitive System lernt, was ein Individuum interessiert, und könnte ihm so auch Hinweise auf Orte oder Aktivitäten geben, auf die es von selbst nicht gekommen wäre. (Hans Jörg Maron)

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