In Liechtenstein kommt nun Telecom Austria zum Handkuss

1. Juli 2014, 14:42
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Nachdem im letzten Jahr die Übernahme der Telecom Liechtenstein durch Swisscom gescheitert ist, kommt nun Telecom Austria zum Zuge.

Nachdem im letzten Jahr die Übernahme der Telecom Liechtenstein durch Swisscom gescheitert ist, kommt nun Telecom Austria zum Zuge.
Die hundertprozentige Tochter der Telekom-Austria, die Mobilkom Liechtenstein, geht in der Telecom Liechtenstein (TLI) auf. Die österreichische Telekom erhält dafür eine Minderheitsbeteiligung von 24,9 Prozent an der TLI, wie deren Verwaltungsratspräsident Markus Willi heute in Vaduz erklärte. Die Verträge seien am 27. Juni 2014 unterzeichnet worden, während der Liechtensteiner Landtag der Fusion zuvor schon zugestimmt hatte. Die Telekom-Austria muss aber noch die Zustimmung der Wettbewerbshüter einholen, die in den nächsten sechs Wochen vorliegen soll. Im neuen Unternehmen verschmelzen Festnetz- und Mobilkommunikation und damit kommt im "Ländle" ein Projekt zum Abschluss, dass zunächst mit der Swisscom von 75 Prozent im Liechtensteiner Landtag scheiterte.
Geld fliesst bei der jetzigen Transaktion übrigens nicht. Der Telekom-Austria werden über ein Verwaltungsratsmandat aber gewisse Mitspracherechte eingeräumt und sie stellt die Geschäftsführung des fusionierten Unternehmens, wie Simon Biedermann, Pressesprecher und persönlicher Mitarbeiter des Regierungschef-Stellvertreters, gegenüber inside-it.ch ausführt. Das neue Unternehmen wird künftig vom bisherigen Mobilkom-CEO, Mathias Maierhofer, geleitet. Er löst Markus Willi ab, der diese Funktion derzeit interimistisch ausübte. Die Regierung des Fürstentums feierte den Zusammenschluss als "strategische Partnerschaft", womit man "über ein eigenes Mobilfunknetz und einen direkten Zugang zum globalen Netzwerk der Telekom Austria Group" verfüge, wie sich der Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer in einer Mitteilung zitieren lässt.
Telekom-Austria bezahlt mehr
Aufgrund eines "äusserst herausfordernden Jahres", wie es im Geschäftsbericht 2013 23 Millionen Franken für die 75 Prozent an der TLI bezahlen wollte, bewertet man bei der Telekom-Austria das Engagement nun deutlich höher als vor einem halben Jahr. Und das, bei nur begrenztem Mitspracherecht und auch ohne Sperrminorität. Zudem bleibt die Netzinfrastruktur bei den Liechtensteiner Kraftwerken, was beim Swisscom-Angebot nicht der Fall gewesen wäre.
Die Regierung des Fürstentums dürfte zufrieden sein. Man habe sich an dem Richtungsentscheid des Landtags vom Mai 2013 zur Zukunft der Telekommunikation im Lande gehalten, heisst es in der Mitteilung. Unter der Prämisse, die Netzhoheit beim Staat zu belassen, habe man gleichwohl den "Grundstein für eine nachhaltige Telekommunikationslösung, die den Trend zur mobilen und vernetzten Kommunikation mit dem neuen Geschäftsmodell der TLI optimal abdeckt". (vri)

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