In Mobilität, Logistik und Health sieht T-Systems Schweiz viel Potenzial

22. Februar 2018, 12:27
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Der Konzern Deutsche Telekom konnte 2017 den Umsatz um 2,5 Prozent auf 74,95 Milliarden Euro steigern.

Der Konzern Deutsche Telekom konnte 2017 den Umsatz um 2,5 Prozent auf 74,95 Milliarden Euro steigern. Der bereinigte Konzerngewinn ging um satte 47 Prozent nach oben. Er belief sich auf 6,04 Milliarden Euro. Der Gewinnsprung ist der US-Steuerreform zu verdanken, die der US-Tochter T-Mobile US zugute kam.
Einen Umsatzrückgang verbuchte der Konzern jedoch in der Grosskundensparte T-Systems. Dort gingen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zurück. Das geringe Auftragsvolumen und der zunehmend globale Wettbewerb würden sich bemerkbar machen, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Das Geschäft mit klassischen IT-Outsourcing-Dienstleistungen ist laut Jahresbericht bereits seit einigen Jahren rückläufig. Im Cloud-Geschäft habe man jedoch ein Wachstum von 19,2 Prozent und im IoT-Bereich ein Plus von 4,9 Prozent verzeichnet.
Der bereinigte EBITDA von T-Systems ging um vier Prozent auf 509 Millionen Euro zurück. Der Gewinnrückgang hänge auch mit den Anlaufkosten bei neuen Themen wie dem Internet der Dinge zusammen.
Wie der Konzern schon im dritten Quartal ankündigte, lag der Auftragseingang 2017 deutlich unter dem Vorjahreswert. Insgesamt seien Verträge mit einem Volumen von 5,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Dies entspricht einem Minus von 23,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 lag das Volumen bei über sieben Milliarden Euro.
Während im vierten Quartal 2016 noch grössere Deals abgeschlossen wurden, seien vergleichbare Verträge im letzten Quartal 2017 ausgeblieben, geht aus der Mitteilung weiter hervor.
Schweiz-Chef zeigt sich zufrieden
In der Schweiz hätten langjährige Kunden wie Georg Fischer oder das Inselspital ihre Verträge verlängert, so Managing Director Stefano Camuso. In den Bereichen Mobilität, Logistik, dem Gesundheitswesen sowie in der Industrie sehe man für das laufende Jahr viel Potenzial.
T-Systems habe sich in der Schweiz in den Themen Cloud, Big Data, SAP und Digital Workplace gut behauptet. "Mit der Open Telekom Cloud verfügen wir über ein kompetitives Public-Cloud-Angebot und sind gleichzeitig in der Lage, massgeschneiderte Hybrid- und Private-Cloud-Infrastrukturen erfolgreich aufzusetzen und zu betreiben", so Camuso in der Mitteilung.
Ausbau des Cloud- und Security-Business
Die Grosskundensparte hatte im dritten Quartal 2017 für einen Milliarden-Abschreiber beim Konzern gesorgt. Der neue Spartenchef Adel Al-Saleh soll nun das Ruder herumreissen. Er hat bereits eine Aufspaltung des Geschäfts ins Gespräch gebracht. Gerüchten zufolge soll auch ein Teilverkauf zur Debatte stehen.
Laut Geschäftsbericht will T-Systems die IT- und Cloud-Angebote künftig stärker an den Bedürfnissen der mittelständischen Kunden ausrichten. Dies soll auch mit Partnerschaften mit unter anderem Huawei, Microsoft und Salesforce vorangetrieben werden.
Einen grossen Wachstumstreiber nennt T-Systems das IoT-Business. Der Konzern habe in acht Ländern mit dem Aufbau von Narrowband-IoT-Netzen begonnen.
Auch der Ausbau des Security-Geschäfts laufe gut. Die Anfang 2017 gestartete Einheit Telekom Security sei in Deutschland bereit gross und soll "eine führende Rolle in Europa einnehmen", schreibt der Konzern. (kjo)

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