In Onkel Ho's Armen

14. Juni 2011, 08:34
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Schweizer Software-Firmen bauen rasch Entwicklungskapazitäten in Vietnam auf. Ein erster Blick auf die IT-Industrie des jüngsten der "Tiger" Asiens. Beginn einer Reportagen-Serie.

Schweizer Software-Firmen bauen rasch Entwicklungskapaziäten in Vietnam auf. Ein erster Blick auf die IT-Industrie des jüngsten der "Tiger" Asiens. Beginn einer Reportagen-Serie.
Ho Chi Minh City (HCMC) im Juni ist vor allem eines: Heiss. Wer die gekühlten Büroräume eines der wie Pilze aus dem Boden schiessenden 'Business Centers' verlässt, dem schlägt die Stadt erst mal ein warmes, weiches, feuchtes und nach Zweitakt-Motoren riechendes Tuch um den Körper. Doch die EinwohnerInnen der südvietnamesischen Metropole sehen das anders: Nicht wenige der auch die breiteste Strasse dicht bevölkernden MotorradfahrerInnen schützen sich mit einem wärmenden Jäckchen vor dem "kalten" (sprich unter 40 Grad warmen) Fahrtwind. Für den Besucher aus der kühlen Schweiz schon eher verständlich ist, dass manche den Kopf mit einem Tuch umhüllen, um Staub und Abgasen zu entgehen.
Wohin man in HCMC auch tritt und schaut: Die ungeheuere Dynamik der Stadt springt ins Auge. Überall wird gebaut, überall gibt es Reklamen für Konsumgüter und Schulen und auf den Strassen drängeln und wuseln abertausende von Motorfahrzeugen.
Rasch wachsende IT-Industrie
Die Hochkonjunktur Vietnams lässt sich auch in den Zahlen der hiesigen IT-Industrie ablesen, die wir dem Weissbuch 2010 des MIC (Ministry of Information and Communication) entnommen haben. 2009 wuchs die IT-Industrie Vietnams total um 18,14 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 6,2 Milliarden Dollar. Die Software-Industrie ist noch klein (850 Millionen Dollar), wuchs aber genau um einen Viertel. Zum Vergleich: Vietnam exportierte letztes Jahr Cashew-Nüsse im Wert von 1,13 Milliarden Dollar.
Interessant und typisch ist der Fakt, dass der Umsatz der vietnamesischen Software-Industrie rascher wuchs als die Zahl der Mitarbeitenden. Vor allem die Löhne in der hiesigen Software-Branche steigen also rasch. So wuchs die Zahl der Beschäftigten der Software-Branche Vietnams "nur" um 12 Prozent, während das durchschnittliche Gehalt um 18 Prozent auf 4250 Dollar stieg. Der Umsatz pro Angestellten stieg um 10 Prozent auf 13'281 Dollar - was auf hohe Gewinne hinzuweisen scheint. Die Investitionen von Software-Firmen in Strom, Arbeitsplätze und die Rekrutierung von Fachleuten sind allerdings hoch - dazu aber später mehr.
Artikelserie: In Onkel Ho's Armen
In den nächsten Tagen und Wochen werden wir unter dem Motto "In Onkel Ho's Armen" eine Reihe von Artikeln und Interviews über die Software-Industrie Vietnams, über Schweizer Firmen, die in Vietnam Software produzieren (wollen) und über die Menschen, die hinter dem vietnamesischen "IT-Wunder" stehen. "Onkel Ho" ist der populäre Name des vietnamesischen Revolutionsführers Ho Chi Minh, dessen Portrait heute noch vielerorts "seine" Stadt ziert.
Ebenfalls geplant sind exklusive Gespräche mit einem Vertreter des Department of Information and Communication, der lokalen Niederlassung des vietnamesischen ICT-Ministeriums und mit führenden VertreterInnen der lokalen IT-Industrie. (Christoph Hugenschmidt, Ho Chi Minh City. Text und Fotos.)

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