In Pennsylvania gelten autonome Roboter als Fussgänger

8. März 2021, 15:28
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Lieferroboter werden in immer mehr US-Staaten zugelassen. Ein Schweizer Pilotprojekt liegt derweil seit langem auf Eis.

Verschiedene Städte in den USA werden aufgrund der zunehmenden Verbreitung von kleinen Robotern auf Trottoirs und Strassen genötigt, Gesetze für solche zu formulieren. Im Falle von Pennsylvania werden die autonomen Roboter seit kurzem gar als "Fussgänger" klassifiziert.
Florida, Idaho, Virginia und Wisconsin haben als liberal geltende Regeln erlassen, die es Robotern erlauben, auf Trottoirs zu fahren - und damit den Widerstand von Städten wie Pittsburgh hervorgerufen. Gegner befürchten unter anderem Unfälle mit den 19 bis 24 Stundenkilometer schnellen Wagen, die so gross wie ein Kühlschrank sein können.
Widerstand gibt von Fussgänger-Organisationen aber auch von Gewerkschaften, die Lieferroboter als Job-Killer betrachten. "Unkoordinierte autonome Lieferdienste könnten Bürgersteige mit Bots überfluten und das Gehen zunehmend schwieriger und unangenehmer machen", heisst es in einem Bericht von Gegnern laut 'Pittsburgh City Paper'.
Die liberalen Gesetze sind hingegen ein Segen für Amazons Lieferroboter Scout und FedEx' Roxo, die aktuell in städtischen Umgebungen bei Tageslicht getestet werden. Sie argumentieren laut 'Wired' damit, dass die Gesetze eine Zukunft einläuten werden, in der Bestellungen innerhalb von Stunden geliefert werden und weniger leere Lieferwagen den Verkehr blockieren und Emissionen ausstossen werden.
San Francisco hat 2017 Trottoir-Roboter vorerst verboten, aber zumindest eine Ausnahme gemacht - für einen Test eines Bots der Firma Postmates namens Serve. Dieses potentielle Geschäftsfeld hat Uber soeben als Startup ausgegliedert.
Noch vieles ist aber auch in den USA unklar - was passiert beispielsweise, wenn ein Roboter kaputtgeht oder einen Unfall baut?

Schweizer Pilotprojekt liegt auf Eis

In der Schweiz ist der Regulator noch nicht soweit. Die Post testete seit 2016 zwar Lieferroboter von Starship Technologies im Bernbiet. 2016 absolvierten diese in Bern, Köniz (BE), Biberist (SO) und Zuchwil (SO) auf rund 200 Zustelltouren 1000 Kilometer unfallfrei. Aber bis heute ist eine Zulassung als "Fussgänger" kein Thema ebensowenig wie ein autonomer Betrieb. Im Gegenteil: Das Pilot-Projekt wurde vor einiger Zeit auf Eis gelegt. Laut der Post war das im Gesetz begründet, wonach die Roboter nur in Begleitung eines menschlichen Wächters herumfahren dürften, schrieben Medien. Zudem hätten die Roboter ohne Hilfe teilweise die Strasse nicht rechtzeitig überqueren können, zitierte die 'NZZ' aus dem Bericht der Post.
Starship Technologies, Anbieter der Schweizer Post-Roboter, ist derweil in Washington D.C. und 10 US-Staaten tätig, die Gesetze erlassen haben, die den Einsatz von Robotern ausdrücklich erlauben.

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