In Zürich fährt nun ein "digitaler Rufbus"

11. November 2020, 13:02
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"Pikmi" heisst das erste On-Demand-Angebot der VBZ. Fahrgäste können den Bus über eine App buchen.

Als "digitalen Rufbus" bezeichnet Guido Schoch, Direktor der Zürcher Verkehrsbetriebe VBZ, ein neues ÖV-Angebot. In den Quartieren Altstetten und Albisrieden sind ab sofort fünf "Pikmi" unterwegs. Die Kleinbusse bieten fünf Sitzplätze und fahren zwischen 20 und 24 Uhr. Gebucht werden können Fahrten über die Pikmi-App oder telefonisch, nötig ist dafür ein normales Ticket der entsprechenden Zone.
Die Pikmi haben keinen fixen Fahrplan und keine festgelegte Streckenführung. Sie fahren und halten nach Bedarf. Neben den normalen Haltestellen werden dabei auch "virtuelle Stops" bedient: Orte, wo ein Ein- und Aussteigen gut möglich ist. Rund 150 zusätzliche Haltepunkte wurden dafür in den Quartieren definiert.
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Streckennetz des Pikmi. Grafik: VBZ
Das System hinter Pikmi gleicht die gewünschten Fahrten miteinander ab und stellt diejenigen zusammen, die in dieselbe Richtung gehen. Die App zeigt nach der Bestellung an, ob ein Fahrzeug zur Verfügung steht, wann und wo man zusteigen kann und wie lange die Fahrt dauern könnte. Laut Schoch werden dabei Wartezeiten von maximal sieben bis zehn Minuten an den Haltestellen angestrebt. Laufend berechnet das System auch die beste Linienführung.
Betrieben werden die Busse vom Carsharing-Unternehmen Mobility, das sie tagsüber seinen Kunden zur Verfügung stellt. Am Abend übernehmen dann VBZ-Chauffeure das Steuer. Der Zürcher Gemeinderat hatte 2019 2,9 Millionen Franken für einen 18-monatigen Pilotversuch bewilligt. Findet das Angebot Anklang, ist eine Aufstockung auf 7 Kleinbusse und eine Ausweitung der Routen nach Wiedikon geplant.
Technologie und App für den Pikmi stammen von Viavan, einem Join Venture von Mercedes und dem israelischen Startup Via. Das System ist bereits in mehreren deutschen Städten in Betrieb, unter anderem in Berlin als "Berlkönig".

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