In Zürich gesuchte Cyber-Kriminelle wurden verhaftet

24. August 2020, 13:53
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Es wurden zwei Verdächtige in Amsterdam verhaftet, die mit Real-Time-Phishing im Kanton Zürich 500'000 Franken ergaunert haben sollen.

Seit Frühling 2019 wurden im Kanton Zürich mehrere Einwohner Opfer von Real-Time-Phishing. Die Täter verschafften sich laut einer Mitteilung der Zürcher Kantonspolizei Zugang zu den Bankkontozugangsdaten der Geschädigten. Nach umfangreichen Ermittlungen seien nun in den Niederlanden zwei Personen verhaftet worden. Gegen die Verhafteten lief gemäss der Mitteilung ein internationaler Haftbefehl.
Bei der Aktion seien auch verschiedene Datenträger sichergestellt worden. Diese sollen auf dem Weg der internationalen Rechtshilfe in die Schweiz übermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich werde beim zuständigen Bundesamt für Justiz zudem beantragen, die Auslieferung der mutmasslichen Täter in die Wege zu leiten.

Gefälschtes Online-Banking-Portal

Den mutmasslichen Tätern wird vorgeworfen, im Zeitraum von März 2019 bis heute Real-Time-Phishing betrieben zu haben, schreibt die Kantonspolizei. Dazu sei ein plausibel erscheinender Link mittels Spam-E-Mails verteilt worden, die beim Anklicken eine Weiterleitung auf eine gefälschte Seite eines Online-Banking-Portals von mehreren schweizerischen Banken auslöste.
Sobald die Opfer versuchten, sich über das gefälschte Portal einzuloggen, erhielten die Betrüger die Kontozugangsdaten der Geschädigten und lösten umgehend Zahlungen aus. Die bekannte Deliktssumme belaufe sich derzeit auf rund 500'000 Franken.
An der international koordinierten Aktion seien hierzulande die Kantonspolizei Zürich und das Kompetenzzentrum Cybercrime der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich  sowie auch die niederländischen Behörden beteiligt gewesen. Unterstützung habe es ausserdem von Onlinebanking-Spezialisten von verschiedenen schweizerischen Banken gegeben, heisst es in der Mitteilung weiter. 

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