IncaMail, Post und RPost: Informatiksteuerungsorgan prüft Situation

6. März 2012, 14:40
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Anfrage an Post gemacht.

Anfrage an Post gemacht.
Auch das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) staunt anscheinend, wie wir, über die gestrigen, gegenteiligen Verlautbarungen von RPost und Post zu Änderungen beziehungsweise Nicht-Änderungen beim IncaMail-Service für eingeschriebene E-Mails der schweizerischen Post.
Das US-Unternehmen RPost meldete gestern, dass es eine Klage gegen die Post zurückgezogen habe, weil die Post bei IncaMail keine Empfangsquittungen mehr ausstelle. Die Post dementierte dies aber gegenüber inside-it.ch kategorisch: Man habe nichts geändert und es gebe auch keinen Grund dafür.
Das ISB wäre von der Sache betroffen, weil es für die Zertifizierung von Mailsystemen als anerkannte elektronische Zustellplattform für den Verkehr mit Behörden zuständig ist. IncaMail erhielt Ende 2010 wie Totemo und PrivaSphere eine vorläufige Anerkennung.
Rolf Oppliger vom ISB erklärte heute genüber inside-it.ch, dass er die gestrigen "widersprüchlichen Meldungen" mit Erstaunen verfolgt habe. Die Post, so Oppliger, wäre bei einer grösseren Architekturänderung dazu verpflichtet, das ISB zu informieren. Eine Empfangsquittung gehöre zum "Kernbusiness" einer anerkannten elektronischen Zustellplattform. Ihr Wegfallen wäre somit ein klarer Grund zum Entzug der Anerkennung.
Das ISB prüfe nun den Sachverhalt, erklärt Oppliger, und habe bereits eine entsprechende Anfrage an die Post gemacht. Allerdings sieht auch Oppliger, wie wir, keine konkreten Anzeichen dafür, dass die von RPost behauptete Änderung in IncaMail bisher tatsächlich stattgefunden hat. (Hans Jörg Maron)

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