Inflexibilität der IT als Hindernis für Web 2.0-Kommerzialisierung

24. April 2007, 10:32
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    Wenn Unternehmen Web-Applikationen des neuen Typs bauen, dann meistens selber.

    Wenn Unternehmen Web-Applikationen des neuen Typs bauen, dann meistens selber.
    Der auf Open Source spezialisierte Systemintegrator und Berater Optaros hat kürzlich ein White-Paper zur Frage, wie Unternehmen fortschrittliche Internet-Applikationen entwickeln, veröffentlicht. Es geht darum, dass Firmen mit dem Einbau von Web 2.0-Funktionalitäten in ihre Internet-Auftritte, direkt messbare Vorteile erzielen können. So kann beispielsweise über RSS-Feeds die Kundenbindung verbessert werden, durch einen höheren Interaktivitätsgrad können Kunden oder Partner selbst Inhalte erzeugen, was eine Webseite lebendiger macht und man kann einen Web-Auftritt mit demjenigen von anderen Firmen syndizieren und sich so neue Marktnischen eröffnen. Optaros fasst die modernen Funktionalitäten und Technologien unter dem Begriff "Next Generation Internet" (NGI) zusammen.
    Optaros befragte über 400 Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit Web 2.0-Anwendungen in ihren Internet-Auftritten. Da die angefragten IT-Spezialisten selbst entscheiden konnten, ob sie teilnehmen oder nicht, gehen wir davon aus, dass die Antworten eher von "Web 2.0-affinen" Leuten stammen. Trotzdem sind die Antworten interessant.
    Obwohl die meisten der Umfrageteilnehmer den Nutzen von NGI-Applikationen anerkennen, schätzen sie ihren eigenen Webauftritt durchaus kritisch ein. Nur ein Drittel der Befragten sagten, ihre Webseite erlaube 2-Weg-Kommunikation, was ein typisches Merkmal von modernen Internet-Applikationen wäre.
    Haupthindernis: Unflexibilität und lange Entwicklungszeiten
    Interessanterweise setzt die grosse Mehrheit der Befragten auf Eigenentwicklungen, wenn es um die Integration von interaktiven "Web 2.0"-Features in ihren Webauftritt geht. Am meisten "Eigenbau" gibt es beim Thema "Consumer generated content" (85 %) aber sogar moderne E-Commerce-Lösungen werden in der grossen Mehrheit (76 %) selbst entwickelt.
    Die Hindernisse für den raschen Umbau von Online-Applikationen hin zu Mehrweg-Kommunikation à la Xing sind schnell benannt. Von den Spezialisten, die ihre Online-Infrastruktur unbefriedigend finden, nennen die meisten (58 %) ein zu tiefes Tempo von Veränderungen als Hauptgrund. Weitere, weniger oft genannte, Gründe sind mangelnde Flexibilität der Infrastruktur und natürlich der Mangel an Ressourcen, um moderne Online-Infrastrukturen zu pflegen. (Christoph Hugenschmidt)
    Das 11-seitige, gut verständliche Papier trägt den Titel "How will Enterprises Deliver Next Generation Internet Applications" und kann kostenlos bei Optaros heruntergeladen werden. Man muss sich dazu aber anmelden.

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