Infor holt Ex-Oracle-Chef Phillips

26. Oktober 2010, 13:44
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Wofür?

Wofür?
Charles 'Chuck' Phillips löst Jim Schaper als CEO des US-europäischen ERP-Herstellers Infor ab. Schaper bleibt aber Verwaltungsratspräsident von Infor und wird Partner bei Golden Gate Capital, der US-Beteiligungsgesellschaft, die die milliardenteure Übernahmestrategie des Konzerns der letzten Jahre finanziert hat.
Phillips hat erst vor gut einem Monat den US-Software-Riesen Oracle verlassen.
Neue Software-Generation - und ein Börsengang?
Phillips, der bei Oracle als "President" die aggressive und kommerziell erstaunlich erfolgreiche Übernahmewelle im ERP-Bereich (Siebel, Peoplesoft, J.D. Edwards, BEA, Hyperion ...) mitverantwortet hat, stosse "an einem Wendepunkt" zu Infor, heisst es in einer Pressemitteilung. Der ERP-Konzern will im Januar eine neue Generation von Anwendungen, Infor ION, auf den Markt bringen. Diese soll dem Software-Zoo des Konzerns gemeinsame Workflows, Business-Process-Monitoring und Management-Funktionen beibringen und es sollen gemeinsame Benutzeroberflächen für die verschiedenen Lösungen lanciert werden. Man freue sich auf Phillips, "nun da Infor sein Wachstum beschleunigt und neue Produkte und Services auf den Markt bringt," lässt sich David Dominik vom Investoren Golden Gate Capital zitieren.
Dass Oracle unter Phillips die Integration der übernommenen Software-Firmen erstaunlich gut (und sicher besser als Infor) gelungen ist, ist das eine. Doch Phillips war nicht nur während mehr als sieben Jahren Co-Chef bei Oracle (unter Larry Ellison), sondern arbeitete zuvor bei der Wall-Street-Firma Morgan Stanley, wo er gemäss Jim Schaper Technologie-Firmen bewertete. Er dürfte also das Know-how und die richtigen Beziehungen haben, falls Infor mit einem Börsengang den Investoren endlich den gewünschten "Exit" vergolden sollte.
Infor in (Management-)Turbulenzen
Infor hat in den letzten Jahren nicht eben brilliert. Zwar hat der Konzern dieses Jahr einige Kundengewinne
Pikanterweise ist auch Charles Phillips dieses Jahr, wie sein Nachfolger bei Oracle, in (oder über?) eine Liebesaffäre gestolpert. Seine offenbar finanzkräftige Ex-Geliebte rächte sich diesen Januar, in dem sie die Beziehung mit riesigen Plakaten, die sie in New York und Kalifornien aufhängen liess, bekannt machte. (Christoph Hugenschmidt)

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