Informatik hält Einzug in Solothurner Volksschulen

22. Mai 2015, 15:33
  • politik & wirtschaft
  • informatik
image

Kanton Solothurn will Kindern mehr beibringen als nur Anwendungs- und Medienkompetenz und schafft ein interdisziplinäres Gebiet "informatische Bildung".

Kanton Solothurn will Kindern mehr beibringen als nur Anwendungs- und Medienkompetenz und schafft ein interdisziplinäres Gebiet "informatische Bildung".
Dass der Kanton Solothurn jedes Volksschulkind mit einem Tablet ausrüsten will, hat gestern schweizweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Dabei ging der wichtigere Teil des gestern vom Departement für Bildung und Kultur vorgestellten überarbeiteten Lehrplans für die Volksschule unter. Neu gibt es in Solothurner Primarschule den interdisziplinären Bereich "informatische Bildung". Zu diesem gehört nicht mehr nur wie bisher Medienbildung und ICT-Anwendungskompetenz (Digital Literacy), sondern neu auch Informatik. Informatik wird als MINT-Fach behandelt und ist die Domäne der Informatik-Fachlehrperson. Die SchülerInnen sollen lernen, "rechnerische Lösungen komplexer Probleme" zu entwickeln, die "Prozesse steuern, die der Mensch alleine nie bewältigen können." Die SchülerInnen sollen also nicht einfach nur "programmieren", sondern Herangehensweisen lernen.
Die Aussage in der gestern veröffentlichten Broschüre "Informatische Bildung" ist deutlich: "Informatik ist eine Voraussetzung für das Verständnis der Informationsgesellschaft und Teil der Allgemeinbildung."
Scalable Game Design
Natürlich werden die Solothurner Kinder nun nicht mit J2EE, Requirements Engieering und Hadoop geplagt. Sondern der Kanton setzt auf "Scalable Game Design", um den ABC-SchützInnen Informatik-Kenntnisse zu vermitteln. Die Erfahrungen würden zeigen, dass auch Lehrpersonen ohne Informatik-Hintergrund schnell lernen, wie sie ihre SchülerInnen für Informatik begeistern können und dass es kein Nachteil sei, wenn der Wissensvorsprung der Lehrpersonen gegenüber ihren Schützlingen klein sei, heisst es in der Broschüre. Ziel ist es, den Kindern "Computational Thinking" zu vermitteln.
BYOD, genug Bandbreite, Cloud, professioneller Support
In der 52-seitigen Broschüre des Solothurner Volksschulamts gibt es eine Reihe von bedenkenswerten Empfehlungen. So schlägt das Amt vor, dass SchülerInnen künftig ein eigenes Gerät haben sollen (eben besagte Tablets) aber auch eigene Geräte nach dem BYOD-Prinzip benützen können sollen.
Weiter stellt das Amt fest, dass Volksschulen zwingend in zwei Bereiche investieren müssten: Genügend Bandbreiten und professionelle, gut gewartete Netzwerke. Die Schulen müssten sich im Klaren sein, dass die Infrastruktur immer heterogener werde. Die Anforderungen an die schulische IT-Infrastruktur seien heute so gross, dass ein professioneller technischer und pädagogischer Support sichergestellt werden müsse.
Schliesslich empfiehlt das fortschrittliche Amt, Cloud-Computing für die persönliche Infrastruktur der SchülerInnen einzusetzen. So könne man Lernsoftware als SaaS-Lösung verteilen. Das Amt warnt vor "kostenlosen" Cloudangeboten der grossen (US)-Anbieter und empfiehlt die Cloud-Dienste von Educanet. (hc)

Loading

Mehr zum Thema

image

Wegen Whatsapp: Bank wälzt Millionen-Busse auf Angestellte ab

Finanzregulatoren hatten mehreren Banken wegen der Nutzung von Whatsapp hohe Bussen auferlegt. Morgan Stanley reicht diese nun an Mitarbeitende weiter.

publiziert am 27.1.2023
image

Crypto Valley: Sehr gute Miene zum sehr bösen Spiel

Die Investoren-Vereinigung CV VC befindet im neusten "Top 50"-Report: Der Laden brummt, die Zukunft strahlt. Sie hat dafür einige Fantasie walten lassen.

publiziert am 27.1.2023
image

Podcast: Wie fair und objektiv ist künstliche Intelligenz?

Der Bundesrat will, dass KI Behörden effizienter macht. Warum das zu einem Problem werden kann, diskutieren wir in dieser Podcast-Folge.

publiziert am 27.1.2023
image

PUK soll Zürcher Datenskandal durchleuchten

Datenträger der Justizdirektion landeten im Sex- und Drogenmilieu. Jetzt soll eine Parlamentarische Unter­suchungs­kommission zum Vorfall eingesetzt werden.

publiziert am 26.1.2023