Informatik im Retail: Multi-Channel, Contactless Payment und das Warten auf Apple

18. Oktober 2012, 08:29
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Die Frage, wie man mehr Innovation bei gleichem oder kleinerem Budget hervorbringt, beschäftigt auch die CIOs von Valora und Ex Libris.

Die Frage, wie man mehr Innovation bei gleichem oder kleinerem Budget hervorbringt, beschäftigt auch die CIOs von Valora und Ex Libris.
Im Vorfeld des "Retail Technology Day" (31.10.2012 in Rüschlikon) haben wir uns mit Ex-Libris-CIO Jürg Bühler und dem Informatik-Chef von Valora, Markus Guggenbühler, unterhalten. Mit welchen Fragen beschäftigt sich der Informatik-Verantwortliche eines kleineren und eines grossen Retailers?
Ex Libris hat in den letzten zwei Jahren die Services im Online-Shop und in Mobile-Commerce markant ausgeweitet und dafür viel Anerkennung gewonnen. So gewann Ex Libris den Swiss Web Award in der Kategorie Business Efficiency in seiner Kategorie. Das Innovationstempo zu halten, ist für Bühler die grösste Herausforderung: "Diese "Pace" auch weiterhin zu halten, bei nicht wachsenden Budgets und zunehmenden Anforderungen in noch kürzerer Realisierungszeit, wird weiterhin eine sportliche Herausforderung für uns und unsere Partner sein."
Dabei ist Bühlers IT-Abteilung mit fünf Mitarbeitenden relativ klein, denn Ex Libris arbeitet intensiv mit Partnern. Acommit ist für die ERP- und POS-Lösung DIAS verantwortlich, die Infrastruktur wird von Aspectra betrieben und youngculture und Neolution entwickeln die Online-Shop-Lösungen.
Früher Einstieg in berührungslose Zahlsysteme
Wesentlich grösser ist die Informatik-Abteilung von Valora, die mit 63 Mitarbeitenden in der Schweiz und rund 20 in den Ländergesellschaften SAP, Dynamics AX und ein Spezialsystem für die Pressedistribution am Laufen hält. Ein zentrales Thema für Valora-CIO Markus Guggenbühler ist Contactless Payment. Bereits vor zwei Jahren - also wesentlich früher als andere grosse Retailer - hat Valora alle Verkaufsstellen mit Contactless-fähigen Kartenlesern ausgerüstet. Doch die neue Technologie wird noch verhältnismässig wenig genutzt. Nur zwei bis drei Prozent aller Kartenzahlungen erfolgen kontaktlos, so Guggenbühler. Man arbeitet zusammen mit Partnern und den Karten-Herausgebern daran, die Verwendung der neuen Technologie zu steigern, sagt Guggenbühler.
Nicht SAP-hörig
Auch bei der Valora-Informatik geht es, neben dem bekannten, grossen und anspruchsvollen Outsourcing-Projekt, um innovative Projekte. So arbeitet Valora an weiteren Konzepten und Dienstleistungen für alternative Bezahlmethoden. Guggenbühler hat vor allem auf eine in der Schweiz noch wenig diskutierte Technologie ein Auge geworfen: Fingerprint-Leser. Der Kunde hinterlegt beim Händler, also zum Beispiel bei Valora, seinen Fingerabdruck und die Daten seiner Maestro-Karten und kann dann rasch, sicher und ohne Handy oder Karte bezahlen. Guggenbühler kennt ein solches System aus der Praxis als Kunde einer Firma in Süddeutschland: "Es funktioniert problemlos".
Wann aber wird sich die Bezahlung mit dem Handy durchsetzen? Guggenbühlers Antwort: "Handy-Zahlung ist noch nicht sehr verbreitet - hier rechnen wir mit einem Schub, wenn Apple sich entschliesst, iPhones entsprechend auszurüsten..."
Der Betrieb und die Erneuerung der etablierten Kernsysteme bleiben daneben aber Dauerthema für Guggenbühler: "Grundsätzlich nimmt der Betrieb der laufenden Anwendungen einen zu grossen Teil der vorhandenen Ressourcen in Anspruch. Die Umsetzungsgeschwindigkeit von SAP-Projekten ist teilweise zu lang und die Kosten zu hoch," so der Valora-CIO. Der Kiosk-Konzern ist übrigens keineswegs "SAP-hörig". So stammt das neue Inventursystem von Valora nicht zwangsläufig aus Walldorf. (Christoph Hugenschmidt)
Jürg Bühler spricht am Swiss Retail Technology Day (31. Oktober in Zürich Rüschlikon) über Best Practices bei Cross-Channel-Management. Markus Guggenbühler ist im Beirat der Veranstaltung. Die Übersicht über das Programm finden Sie hier. Wir sind Medienpartner der Veranstaltung.
Foto: (c) by Valora. Berührungsloses bezahlen am Kiosk.

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