Informatik im Zentrum des Datenschutzes

3. Juli 2006, 10:01
  • e-government
  • datenschutz
image

Ein Blick in den Jahresbericht des Datenschutzbeauftragten

Ein Blick in den Jahresbericht des Datenschutzbeauftragten
Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte hat heute den ausführlichen Tätigkeitsbericht 2005/2006 veröffentlicht. Auffallend und einleuchtend, dass Informatik-Mittel wie etwa Biometrie und die dahinter stehenden Prozesse und Infrastruktur bei fast allen Interventionen der nationalen Datenschützer im Zentrum stehen.
So beschäftigte sich der Datenschutzbeauftragte mit der neuen AHV-Nummer, die ab 2008 als eindeutiger Identifikator für die Statistik und Verwaltung dienen soll. Die Datenschützer finden nach wie vor, dass die Vermischung von Mitteln für Statistik und Verwaltung "tunlichst vermieden werden soll" und schlagen bereichsspezifische Personen-Nummern vor. Die Verwendung der neuen AHV-Nummer soll auf Sozialversicherungen beschränkt bleiben.
Biometrie für die "Badi", am Check-In und für den Pass
Weiter beschäftigte sich der oberste Schweizer Hüter der Privatheit mit einem biometrischen Zutrittssystem für ein privates Sportzentrum. Dort wird für ein Jahresabo der Fingerabdruck des Abonnenten gespeichert und er bekommt eine Karte, die drahtlos ausgelesen werden kann (RFID).
Biometrie stand auch im Zentrum der Überprüfung des Check-In-Verfahrens am Flughafen Kloten. Die Datenschützer kamen zu einer "überwiegend positiven Beurteilung" des Verfahrens, da die biometrischen Daten (Fingerabdruck oder Gesichtsbild) nicht zentral gespeichert werden. Die Datenschützer warnen aber (sehr zu Recht) vor "neuen Begehrlichkeiten von Seiten Dritter, wie z.B. der Flughafenpolizei oder ausländischer Immigrationsbehörden".
Auch beim künftigen "biometrischen Pass" hat der Datenschützer genauer hingeschaut. Und festgestellt, dass sich das Pilotprojekt auf "keine ausreichende gesetzliche Grundlage" stützt. Zudem wird die zentrale Speicherung der biometrischen Rohdaten in der Datenbank ISA als unnötig kritisiert.
Weiter befasste sich der Datenschützer mit Datensicherheit in Arztpraxen, der Versichertenkarte und der Revision der Invalidenversicherung. Auffallend ist, wie oft der Datenschützer klar auf Verstösse gegen den Schutz der Privatheit hinweisen muss. Hier finden Sie den ausführlichen und lesenswerten Bericht. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Justitia 4.0: Anwälte können Portokosten sparen

Nächstes Jahr startet die Entwicklung von Justitia 4.0. Im Interview erläutert Gesamtprojektleiter Jacques Bühler, wie er Anwälte überzeugen will, warum die Post auf Millionen verzichten muss und weshalb das Mitmachen der Kantone freiwillig ist.

publiziert am 23.9.2022
image

Wegen Daten-Spionage: Sammelklage gegen Meta

In einer Klageschrift gegen Meta heisst es, Apps von Instagram und Facebook würden Daten mittels eines JavaScript-Code auf Websites einspeisen.

publiziert am 23.9.2022
image

Die Steuerverwaltung zentralisiert ihre Online-Dienste

Alle E-Services der ESTV werden ab November über das ePortal des Finanzdepartements zugänglich. Zudem sollen dort neue Services angeboten werden.

publiziert am 23.9.2022
image

Podcast: Eh, eh, eh... EPD, E-Impfbüechli und E-ID

Ein neuer Anlauf mit dem digitalen Impfbüechli steht bevor. Und auch beim EPD solls endlich vorwärtsgehen. Aber kommt das gut? Darüber reden wir in der aktuellen Podcast-Folge und sagen, was das alles mit der E-ID zu tun hat.

publiziert am 23.9.2022