Informatikermangel kündigt sich an

7. Dezember 2005, 18:02
  • politik & wirtschaft
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Letztes Jahr haben sich in der Schweiz deutlich weniger junge Leute für ein Informatikstudium entschieden. In zwei bis drei Jahren droht eine Informatikerdürre auf dem Arbeitsmarkt.

Letztes Jahr haben sich in der Schweiz deutlich weniger junge Leute für ein Informatikstudium entschieden. In zwei bis drei Jahren droht eine Informatikerdürre auf dem Arbeitsmarkt.
Die Schweiz könnte in zwei bis drei Jahren ein gröberes Nachwuchsproblem im Informatikbereich erhalten. Vor allem, wenn Leute mit fundierten Berufsausbildungen gefragt sind, wie aus einer aktuellen Studie von "Engineers Shape our Future INGCH" hervor geht. Zwar nimmt momentan die Zahl der Absolventen, die ihre Informatikausbildung an einer Universität oder an einer Fachhochschule mit einem Diplom abgeschlossen haben aufgrund der Beliebtheit der Fachrichtung zwischen 1995 und 2002 momentan noch zu. 2004 schlossen 299 Studenten ein Informatikstudium an einer universitären Hochschule mit Diplom ab, 37 Prozent mehr als 2003. An den Fachhochschulen nahm die Zahl der Diplomanden noch um 6 Prozent auf 567 zu.
Von 1995 bis 2002 nahm die Zahl der Neueintritte in den Informatik-Fachrichtungen kontinuierlich zu. Seit 2003 nimmt die Zahl der jungen Leute, die ein solches Studium in Angriff nehmen, aber wieder ab. 2004 scheint sich der Trend noch verstärkt zu haben. Gemäss der Studie haben sich an Universitäten nur noch 302 neue Informatikstudenten eingeschrieben, 30 Prozent weniger als 2003. Bei den Fachhochschulen nahm die Zahl der Neueintritte um 19 Prozent auf 746 ab.
In zwei bis drei Jahren wird dadurch gemäss INGCH auch die Zahl der Informatik-Absolventen stark
zurückgehen, was auf dem Arbeitsmarkt deutlich spürbar sein werde. Dies ist umso bedauerlicher, da in der Schweiz trotz der steigenden Diplomandenzahlen der letzten Jahre gemäss Zahlen von Alfred Breu, dem Präsidenten der Zürcher Lehrmeistervereinigung Informatik, immer noch nur knapp 20 Prozent der insgesamt etwa 110'000 Informatiker/-innen einen Abschluss mit eidgenössischer Anerkennung besitzen. Von einer "Informatikerschwemme", wie wir das letztes Jahr noch aufgrund der dauernd steigenen Zahl der Diplome noch schrieben (Sorry, da haben wir uns vertan), kann also aus heutiger Sicht keine Rede sein. Eine kleine Welle existiert zwar momentan, aber der Arbeitsmarkt dürfte Leute mit einem anerkannten Abschluss locker aufsaugen. (Hans Jörg Maron)

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