Informatiklehrstellen weiterhin Mangelware

4. Juli 2005 um 11:23
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Die Nachfrage nach Informatiklehrstellen wird von der Schweizer IT-Branche nicht genügend abgedeckt.

Die Nachfrage nach Informatiklehrstellen wird von der Schweizer IT-Branche nicht genügend abgedeckt.
In der heute vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) veröffentlichten Lehrstellensituation im Juni 2005 zeigt sich eine weiterhin angespannte Situation auf dem schweizerischen Lehrstellenmarkt. Aus der im Juni durchgeführten Umfrage bei den Kantonen ist ersichtlich, dass die Situation vor allem in den städtischen Zentren prekär ist.
Je nach Region und Branche ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage verschieden. Die freien Lehrstellen sind gemäss den ausgewerteten Daten zwar da, ihre Verteilung entspricht jedoch nicht der Nachfrage in den verschiedenen Gebieten. Ballungszentren wie Zürich, Bern und Basel verzeichnen eine verschlechterte Lehrstellensituation. Die Massnahmen zur Schaffung neuer Lehrstellen zeigen laut BBT Wirkung. Darunter sind die Schaffung von Lehrbetriebsverbünden und die individuelle Betreuung von jungen Menschen ohne Lehrstelle (Mentoring) zu verstehen.
Trotzdem nehme die Anzahl Lehrstellensuchender im Vergleich zum letzten Jahr stetig zu. Dies ist vor allem auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen. Dazu kommt, dass unter den Jugendlichen das Interesse steigt, eine Berufslehre zu absolvieren.
Eine gestiegene Nachfrage nach Lehrstellen ist in den Sektoren Verkauf, High-Tech, Gestaltung und Gesundheit zu verzeichnen. Informatiklehrstellen werden im Vergleich zum vorigen Jahr etwa gleich wenige angeboten. Wie Andreas Merk vom BBT sagt, übersteigt die Nachfrage nach Lehrstellen im Hightech-Bereich das Angebot weiterhin. Im Bauwesen und im Nahrungsmittelsektor werden hingegen Lehrstellen angeboten, die nicht besetzt werden. Der Lehrstellenrückgang im kaufmännischen Bereich konnte hingegen aufgehalten werden.
Konkrete Zahlen konnte das BBT nicht nennen, da die Umfrage lediglich auf Einschätzungen der Kantone beruht. Unternehmen sind vor der Lehrstellenvergabe nicht verpflichtet, den Kantonen ihr Angebot an Lehrstellen zu melden. Laut Merk machen dies nur etwa 30 Prozent der Unternehmen freiwillig.
Unternehmen, die Lehrstellen anbieten, können auch im Sommer 2005 wieder die Vignette für Lehrbetriebe von den kantonalen Berufsbildungsämtern beziehen. Die laut BBT gegenüber dem letzten Jahr "attraktiver gestaltete" Vignette soll als Qualitätssiegel für engagierte Unternehmen fungieren. (Maurizio Minetti)

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