Informatikstudium weiterhin out?

7. Dezember 2011, 10:37
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Der Informatik-Studiengang an der ETH Zürich boomt schon lange nicht mehr - Medienbeauftragter der ETH Herbert Bruderer weiss warum.

Der Informatik-Studiengang an der ETH Zürich boomt schon lange nicht mehr - Medienbeauftragter der ETH Herbert Bruderer weiss warum.
Die aktuellen Zahlen der Neueintritte für den Studiengang Informatik an der ETH Zürich liegen vor und sehen weiterhin mehr schlecht als recht aus: Mit 156 Neueintritten verzeichnet der Studiengang gerade nur drei Studierende mehr als vergangenen Herbst – erfreulich ist, dass es sich um drei Frauen "mehr" handelt. Das Verhältnis zwischen Mann und Frau liegt momentan bei 140 zu 16.
Die letzten zehn Jahre
Die Zeiten des Booms im Jahr 2001, als sich noch 340 junge Leute (50 Frauen / 290 Männer) für den Informatik-Studiengang immatrikuliert haben, sind definitiv vorbei (siehe Grafik). Die Zahlen sanken kontinuierlich und den Tiefpunkt verzeichnete man im Jahr 2007. Damals schrieben sich nur gerade 104 Studienanfänger ein (7 Frauen / 97 Männer).
Herbert Bruderer, Medienbeauftragter des Ausbildungs- und Beratungszentrums der ETH Zürich, ist der Ansicht, dass sich die Zahl der Neuankömmlinge auch nächstes Jahr nicht gross verändern wird: "Ich glaube, dass die vielfältigen Bemühungen zur Nachwuchsförderung mit der Zeit Früchte tragen werden, nehme aber an, dass sich die Anzahl der Studienanfänger/innen in der Informatik 2012 in einem ähnlichen Rahmen bewegen wird", so Bruderer gegenüber inside-it.ch.
Stiefmütterliches Verhalten
Grund dafür sei das "stiefmütterliche Verhalten" der Mittelschulen in Bezug auf das Thema Informatik. "Weder die Volksschule noch die Mittelschulen kennen ein Pflichtfach Informatik. Das gilt weitgehend auch für die pädagogischen Hochschulen." Dies trage dazu bei, dass sich junge Leute nicht für dieses Studium interessieren oder zu wenig darüber wissen. Nicht nur Informatikanwendungen sollen geschult werden, sondern auch eine flächendeckende gründliche Ausbildung soll bereits in der Mittelschule stattfinden. Immerhin tut sich etwas, zum Beispiel können seit kurzem auch im Kanton Zürich die Gymnasien selber bestimmen, ob sie Informatik als Ergänzungsfach anbieten wollen oder nicht.
Massnahme zur IT-Motivation
Zwei der vielen Massnahmen, um das Interesse an Informatik zu wecken und junge Leute vermehrt darauf zu sensibilisieren, ist einerseits der am 11. Januar in St. Gallen stattfindende dritte Schweizer Tag für Informatik. (Hanna Lauer)

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