Infosys mit "Mana" gegen Wartungszeitfresser

13. Juni 2016, 10:03
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Einige Hundert Entwickler arbeiten an der künstlichen Intelligenz "Mana". Diese soll in Zukunft gegen IBMs Watson antreten.

Einige Hundert Entwickler arbeiten an der künstlichen Intelligenz "Mana". Diese soll in Zukunft gegen IBMs Watson antreten.
Infosys, der zweitgrösste indische Softwareexporteur, hat im April eine neue, lernfähige Softwareplattform zur Steigerung des Automatisationsgrads bei der Erbringung seiner Servicedienstleistungen lanciert. Mit "Mana" (Geist,Seele) verfolgen die Inder aber noch weitaus grössere Ziele: Infosys glaubt, wie 'The Economic Times (ET)' berichtet, dass sich Mana in Zukunft zur grossen Konkurrenz für IBMs Watson im Markt für intelligente Software enwickeln und Milliarden Dollar Zusatzumsätze generieren kann.
Infosys hat ein Team von "einigen hundert" Entwicklern für Mana zusammengestellt und mehrere KI-Spezialisten von IT-Riesen im Silicon Valley rekrutiert. Das Ganze stelle nun "eine Art" separate Abteilung dar, so Samson David, der für das Mana-Team zuständig ist, gegenüber 'ET'. IBM hat schon Anfang 2014 eine separate Abteilung gegründet, um das Geschäft mit Watson voranzutreiben.
Im eigenen Servicebusiness habe Mana bereits grosse Effizienzgewinne bewirkt, so David, der bei Infosys den Bereich Cloud, Infrastruktur und Security (CIS) leitet. Bei Aufträgen, die zu einem Fixpreis abgerechnet werden, habe man in der CIS-Abteilung die Zahl der benötigten Mitarbeitenden um 20 bis 25 Prozent reduzieren können. Die so eingesparten Ressourcen würden nun frei für andere Aufgaben.
Mana in der Softwarewartung
Gegenwärtig soll Mana den Infosys-Mitarbeitenden vor allem eigentlich anspruchslose, aber arbeitsintensive und repetitive Aufgaben bei der Softwarewartung abnehmen. "In der Softwareindustrie gibt es zwei 'Killeraufgaben', welche den grössten Teil unserer Zeit in Anspruch nehmen", erklärte David.
Die eine sei, bei einer Änderung herauszufinden, welche Teile eines Systems alle betroffen sind. In der Wartung müsse man ganze Systeme scannen, um dies herauszufinden. Eine Änderung durchzuführen gehe relativ schnell, aber der zweite grosse Zeitfresser sei es, danach herauszufinden, ob die Änderung unerwartete Nebenwirkungen hat, beziehungsweise ob in irgendeinem anderen Teil des Systems etwas nicht mehr funktioniert. Diese beiden grossen traditionellen Zeitfresser bei der Wartung seien mit dem Einsatz von Mana aber nur noch ein Klacks, so David vollmundig.(hjm)

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