Ingram Micro kämpft um mehr Marge

19. Februar 2009, 12:14
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Riesiger Abschreiber auf Goodwill, massiver Umsatzrückgang in Europa aber auch sehr hoher Cash-Flow. Stellenabbau in den USA.

Riesiger Abschreiber auf Goodwill, massiver Umsatzrückgang in Europa aber auch sehr hoher Cash-Flow. Stellenabbau in den USA.
Der weltweit grösste IT-Distributor Ingram Micro hat gestern Nacht die Geschäftszahlen 2008 veröffentlicht. Der Mega-Disti setzte im vergangenen Jahr 34,6 Milliarden Dollar um und verbuchte einen buchhalterischen Verlust von 332 Millionen Dollar. Allerdings ist darin ein riesiger Abschreiber von 743 Milliionen Dollar inbegriffen, der im vierten Quartal wegen den stark gesunkenen Aktienkursen auf immateriellen Werten in den USA und Asien vorgenommen wurde. Ohne den nicht cash-relevanten Abschreiber hätte ein operativer Gewinn von immerhin 411 Millionen Dollar oder 1,19 Prozent des Umsatzes herausgeschaut. Zum Vergleich: Also setzte letztes Jahr in Europa 4,851 Milliarden Franken um und machte einen operativen Gewinn von 55,8 Millionen, was 1,15 Prozent des Umsatzes ausmacht. Doch der Vergleich hinkt, denn Also geschäftet nur in Europa, wo Ingram Micro im vierten Quartal auf eine operative Marge von 0,96 Prozent kam.
Netto und "nach allem" verlor Ingram Micro letztes Jahr 395 Millionen Dollar, ohne den Abschreiber hätte ein Reingewinn von 265 Millionen Dollar herausgeschaut. Ähnlich wie Also hat auch Ingram seine Bilanz gestärkt und Geldreserven aufgebaut. Der Cash-Flow des Mega-Distis betrug letztes Jahr 550 Millionen Dollar und der Lagerwert wurde massiv von 2,77 Milliarden auf 2,31 Milliarden zurückgefahren.
Alle prügeln auf die Kosten ein
Noch ein Vergleich zu Also: Auch Ingram Micro hat sich in Europa aus unprofitablen Geschäften zurückgezogen. Im vierten Quartal sank der Umsatz des Riesen-Distributors im EMEA-Raum um volle 11 Prozent. Der Rückgang sei unter anderem auf "Anstrengungen, unprofitables Geschäft loszuwerden" zurückzuführen.
Ingram Micro will noch mehr Kosten einsparen. So laufen weitere Restrukturierungsprogramme, mit denen Ingram-Chef Greg Spierkel in diesem Jahr die Kosten weltweit um über 100 Millionen Dollar senken will. Das hat konkrete Auswirkungen auf die Beschäftigten: So will Ingram Micro in den USA acht Prozent der Stellen abbauen und hat diese Woche 300 Mitarbeitenden den blauen Brief geschickt. (Christoph Hugenschmidt)
Lesen Sie auch unseren Beitrag zu Wohl und Wehe bei Ingram Micro Schweiz.

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