Ingram Micro schrumpft in Europa

24. Oktober 2008, 13:49
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Der Distributor wird freiwillig unprofitable Umsätze in Europa los und versucht, Frachtkosten an den Handel weiterzugeben. Auch in der Schweiz musste Ingram einen leichten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen.

Der Distributor wird freiwillig unprofitable Umsätze in Europa los und versucht, Frachtkosten an den Handel weiterzugeben. Auch in der Schweiz musste Ingram einen leichten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen.
Das Hardware-Geschäft wird weltweit härter. Dies zeigen die jüngsten Quartalszahlen, die der grösste IT-Distributor, Ingram Micro, eben veröffentlicht hat. Der Umsatz des Mega-Distis sank im Vergleich zum Vorjahr von 8,61 auf 8,28 Milliarden Dollar. Wie in der Distribution üblich, wo es extrem schwierig ist, die Logistik-Maschine rasch an sinkende Umsätze anzupassen, sank der Gewinn überproportional von 72,4 auf 46,4 Millionen Dollar.
Ingram-Boss Greg Spierkel begründet den Umsatzrückgang damit, dass man "proaktiv" auf unrentable Umsätze verzichtet habe und dass man Frachtkosten vermehrt den Kunden weitergegeben habe. Zudem habe die Nachfrage in den drei wichtigsten Regionen von Ingram (USA, Europa, Asien) nachgelassen.
Minus 10 Prozent in EMEA
Vor allem in einigen Ländern von Europa scheint das Geschäft nicht gut gelaufen zu sein. Ingram setzte im EMEA-Raum (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) 10 Prozent weniger, nämlich 2,57 Milliarden Dollar um. In lokalen Währungen gerechnet betrug die Umsatz-Schrumpfung aber "nur" drei Prozent. Zudem verlor der Grosskonzern in Europa Geld: Der operative Verlust betrug 4,7 Millionen Dollar.
Auch Ingram Schweiz leicht geschrumpft
Auch in der Schweiz ist der Umsatz im abgelaufenen Quartals "leicht zurückgegangen", wie Ingram-Schweiz-Chef Joe Feierabend zu inside-channels.ch sagte. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass Ingram vor einem Jahr wegen der Turbulenzen um Actebis einen grossen Umsatzsprung von 30 Prozent gemacht hatte. Im Verhältnis zu anderen Ländern Europas stehe die Schweizer Niederlassung "sehr gut" da, versichert Feierabend.
Weiterhin gut läuft das Geschäft im KMU-Umfeld, so der Disti-Chef. Hingegen spüre man den kälteren Konjunktur-Wind im Projektgeschäft mit Grossfirmen. Feierabend: "Die Kreditkrise beginnt sich auszuwirken." (Christoph Hugenschmidt)

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