InnovationTower von Green.ch verspätet sich

30. September 2013, 14:57
  • telco
  • management
  • rechenzentrum
image

Green.ch findet keine Mieter für das neue Bürogebäude und muss eine neue Baubewilligung beantragen. Derweil gibt es aber neue Kunden für das Rechenzentrum.

Green.ch findet keine Mieter für das neue Bürogebäude und muss eine neue Baubewilligung beantragen. Derweil gibt es aber neue Kunden für das Rechenzentrum.
Der Internet Service Provider und Rechenzentrums-Betreiber Green.ch hat Mühe, Mieter für das entstehende neue Bürogebäude im aargauischen Lupfig zu finden. Wie Green.ch vor einem Jahr ankündigte gestern berichtete. Green.ch-Chef Franz Grüter argumentiert, der Bau des Bürogebäudes InnovationTower sei nie ein strategischer Fokus für Green.ch gewesen: "Ich habe immer gesagt, ich baue erst, wenn fünf Stockwerke vermietet sind", so Grüter zu inside-channels.ch.
Die Zeitung berichtet auch darüber, dass der Besitzer von Green.ch verschuldet sei. Die 'Schweiz am Sonntag' outet den französisch-israelischen Unternehmer Patrick Drahi als Besitzer von Green.ch - und dessen Firmenimperium Altice sei hoch verschuldet. Ausserdem schreibt die Zeitung, der Umsatz von Green.ch sei letztes Jahr im Vergleich zum Vorjahr von 53 auf 50 Millionen Franken gesunken.
Der Umsatzrückgang sei darauf zurückzuführen, dass ein Grosskunde ursprünglich im Rechenzentrum von Green.ch in Glattbrugg stationiert war und später nach Lupfig umsiedelte, verteidigt sich Grüter. "Dadurch gab es Umsatzverlagerungen von Green.ch zu Green Datacenter." Die Zeitung verfügt auch über Bilanz und Erfolgsrechnung von Green.ch. Demnach weist das Unternehmen für 2011 und 2012 Verluste von je ungefähr 5 Millionen Franken aus. Insgesamt habe Green.ch Verlustvorträge von 11 Millionen Franken in den Büchern. Grüter betont, Green.ch habe sehr gute Betriebsgewinnmargen und einen hohen Free-Cash-Flow. Die Verluste seien auf Goodwill-Abschreibungen nach dem Kauf des Unternehmens vor fünf Jahren zurückzuführen.
Beim weiteren Ausbau des Rechenzentrums in Lupfig sei man derweil gut im Plan, sagt Grüter. Mit dem Bau des zweiten Moduls haben man bereits begonnen, obwohl der ursprüngliche Plan vorsah, dass dies erst 2015 geschieht. Grüter spricht von namhaften neuen Kunden, die man demnächst auch öffentlich nennen könne.
Buchverlust "üblich"
Heute sah sich Grüter zudem veranlasst, seine Mitarbeitende zu beruhigen. In einer internen E-Mail, die inside-channels.ch vorliegt, schreibt Grüter, es gebe keinen Grund zur Beunruhigung. Der Bau des Bürogebäudes verzögere sich, weil eine internationalen Firma, die in einer Absichtserklärung die Miete von zwei Stockwerken zugesagt hatte, doch nicht in die Schweiz kam. Man habe das Projekt nun neu aufgegleist (höchste Erdbebensicherheit, Bauwerksklasse III). Die neue Baubewilligung sei noch bei den Behörden hängig.
In Bezug auf die Besitzverhältnisse und den Geschäftsverlauft betont Grüter in der E-Mail, die Gruppe sei in Privatbesitz und operativ profitabel: "Wir sind aus der Fusion von mehreren ICT-Dienstleistern entstanden. Die jeweilige Differenz zwischen Kaufpreis und dem Eigenkapital der übernommenen und fusionierten Gesellschaften wurde als Goodwill aktiviert. Dieser Goodwill muss gemäss Schweizer Obligationenrecht abgeschrieben werden." Green.ch erwirtschafte positive Geldflüsse, aufgrund der Regelungen des Obligationenrechts in Bezug auf Goodwill-Abschreibungen führe dies jedoch zu einem Buchverlust. Dies sei so üblich nach Fusionen von Firmen, so Grüter. (Maurizio Minetti)
(Interessenbindung: Green.ch ist ein Werbekunde unseres Verlags.)

Loading

Mehr zum Thema

image

Telco-Branche gibt sich für die Replay-TV-Verrechnung mehr Zeit

In einer gemeinsamen Branchenvereinbarung geben sich die Telcos mehr Zeit, damit Replay-TV für die Provider nicht schon bald viel teurer wird. Doch die Umsetzung ist komplex.

publiziert am 20.5.2022
image

Podcast: Kostenpflichtiges Replay-TV ist wie lineares Fernsehen

In dieser Ausgabe von "Die IT-Woche" sagen wir, warum kostenpflichtiges Replay-TV falsch ist. Zudem erklären wir den gemeinsamen Tarif G12 und was dahintersteckt.

publiziert am 20.5.2022
image

SAP-Mitgründer Hasso Plattner noch 2 Jahre Aufsichtsratschef

Trotz Unruhe unter den Aktionären wegen der Missachtung des Rotationsprinzips ist der grosse alte Mann der SAP abermals als Vorsitzender des Aufsichtsrats bestätigt worden.

publiziert am 19.5.2022
image

"UPC" verschwindet, Telco heisst nur noch Sunrise

Das fusionierte Telekomunternehmen Sunrise UPC schreitet mit seiner Integration weiter voran. Ab kommender Woche wird Sunrise zur neuen Hauptmarke des Konzerns.

publiziert am 19.5.2022 1