inside-it.ch auf der Anklagebank

22. April 2005, 17:24
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht
Ich gestehe: Ich habe gespamt. Tatsächlich haben wir uns erlaubt, bestimmte Leute in der Schweizer IT-Branche unaufgefordert und per E-Mail auf unsere Nachrichten-Plattform aufmerksam zu machen. Unsere Werbe-Mails waren gezielt, zum Beispiel sandten wir Navision-Spezialisten Beispiele unseres Schaffens zu MBS. Und wir haben uns nicht versteckt: Die Mails enthielten unseren Firmennamen, die Telefonnumer und die Adresse. Wer sich nervte, hätte also leicht zum Telefonhörer greifen und mich beschimpfen können. Es nervten sich aber nicht viele. Im Gegenteil: Bis heute haben sich über 1500 IT-Pros, Consultants, CIOs und Reseller für einen unseren Newsletter entschieden. Spam?
Einer aber hat sich genervt: Nämlich Martin Brülisauer, der unter anderem einen Mailserver betreibt und eine eigene Antispam Blacklist unterhält. Warum sich Martin Brülisauer genervt hat, lässt sich aus folgenden Zahlen leicht erklären.
Von 150'000 Nachrichten, die in einem Jahr den von Brülisauer betreuten Mailserver erreicht haben, waren 30'000 mit Viren verseucht und 83'000 Spam.
Ankläger, Richter, Henker? Wohltäter?
Brülisauer hat am gleichen Tag sechs Mails von uns erhalten - an alle sechs Mitarbeiter seiner Firma. Seine Schlussfolgerung war schnell gefasst: Spam! Und unser Mailserver landete schwupps in Brülisauers Blacklist.
Dies wiederum führte dann aber dazu, dass Abonnenten unseres Newsletters, deren Mail-Dienstleister auf Brülisauers Blackliste zurückgreifen, den bestellten E-Mail-Nachrichtendienst nicht mehr erhielten.
Nun wiederum haben wir uns genervt. Da spielt sich einer als Polizist, Ankläger, Richter und Henker grad gleichzeitig auf, haben wir uns gesagt. Also mailten wir ein höfliches Mail mit der Bitte, uns von der Blacklist wieder zu entfernen, an den uns unbekannten Betreiber von uceb.org, nicht wissend, ob dieses Mail auch gesehen würde. Die Antwort des sich selbst als "hardcore spam blocker" beschreibenden Unbekannten, kam umgehend: "Njet. Spam ist Spam. Noch ein Mail. Noch ein Njet. Aus den Antworten wurde immerhin die Person klar, die hinter uceb.org steckt. Unser Telefongespräch war Anfangs nicht nur freundlich, zu guter Letzt dann aber durchaus interessant.
Martin Brülisauer sagt: "Die Pflege von Blacklists ist eine aufwändige Angelegenheit. Abgesehen von einigen wenigen solcher Blacklists werden alle von Leuten wie mir unentgeltlich für die Internet Community geführt. Glauben Sie mir, jeder, der eine solche Liste führt, ist sich seiner Verantwortung bewusst."
Und wer von uns beiden hat nun Recht? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar. (Christoph Hugenschmidt)

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