Insieme-Abbruch: "Das Beschaffungswesen des Bundes ist gescheitert"

20. September 2012, 14:22
  • e-government
  • meinung
  • beschaffung
  • bund
image

ICTswitzerland nimmt Stellung zum Insieme-Abbruch und fordert ein Überdenken des Beschaffungswesens.

ICTswitzerland nimmt Stellung zum Insieme-Abbruch und fordert ein Überdenken des Beschaffungswesens.
Da dachte man doch erst noch vor wenigen Tagen, an der ersten nationalen Fachkonferenz IT-Beschaffung, übt ICTswitzerland aber scharfe Kritik. In seiner Stellungnahme spart die Dachorganisation der wichtigsten Schweizer ICT-Verbände nicht mit harten Worten. In der Steuerverwaltung müsse man nun weiterhin zahlreiche veraltete Applikationen und Schnittstellen in Betrieb halten. Bezüglich der Entwicklung der Steuerverwaltung in Richtung der E-Government-Strategie des Bundes stehe man "wieder auf Feld eins". Und das ganze stelle dem Innovationsstandort Schweiz ein schlechtes Zeugnis aus.
Vor allem aber zeige das Debakel, dass "das Beschaffungswesen des Bundes gescheitert ist". Statt Lösungen und Produkte zu beschaffen würden vom Bund vor allem immer mehr externe Spezialisten beauftragt.
Ein schlechtes Produkt bleibt ein schlechtes Produkt
Die vom Bund bisher getroffenen Massnamen würden in die falsche Richtung gehen. Wenn man Projekte nicht richtig ausschreibe, seien auch Qualitätskontrollen unnütz. "Ein schlechtes Produkt bleibt ein schlechtes Produkt, auch wenn es jeden Tag erneut auf seine Qualität überprüft", schreibt der Dachverband dazu süffisant.
Die ICT-Branche fordere "eine grundsätzliche Neubeurteilung des heutigen Beschaffungswesens des Bundes sowie eine Aussprache mit dem Bund über das weitere Vorgehen betreffend ICT-Beschaffungsprojekte."
Die Branche verlange schon seit Jahren die Einführung eines zweistufigen Auschreibungsverfahren wie es im Baubereich und in der Privatwirtschaft üblich sei. Bei diesem Verfahren können alle Interessenten in der ersten Stufe einen Konzeptvorschlag einreichen. Aufgrund dieser Vorschläge wird dann entschieden, wer in der zweiten Stufe noch bei der eigentlichen Ausschreibung mitmachen darf. Dies, so ICTswitzerland, sowie eine bessere Aus- und Weiterbildung der mit Ausschreibungen beauftragten Mitarbeiter, könne sicherstellen, dass "Lösungen und nicht Arbeitsstunden angeboten" würden. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Zürcher Datenschützerin zum Cloudeinsatz: "Der Regierungsratsbeschluss ändert gar nichts"

Bei Dominika Blonski häufen sich seit dem Frühling Anfragen von Behörden zur Cloudnutzung. Im Gespräch sagt die Datenschützerin: "Ich weiss nicht, was die Absicht der Zürcher Regierung war."

publiziert am 30.9.2022 7
image

IT-Woche: Datenschutz vs. Anwälte – wer gewinnt?

Es läuft die Schlussviertelstunde des Spiels. Aktuell steht es Unentschieden. Die Anwälte sind im Angriff, aber die Datenschützer haben eine starke Verteidigung im Aufgebot.

publiziert am 30.9.2022
image

Softwareone erhält an einem Tag 2 Freihänder für fast 14 Millionen Franken

Der Stanser IT-Dienstleister ist bei Swissgrid Reseller für Standardsoftware und kann fürs Stadtzürcher OIZ die Lizenzen für die Microsoft-EDR-Lösung liefern. Dafür kassiert Softwareone Millionen.

publiziert am 30.9.2022
image

ALV braucht IT-Know-how für bis zu 55 Millionen Franken

In 8 Arbeitsgebieten sucht das Seco Digitalisierungs-Knowhow für die RAVs und die Arbeitslosenversicherung.

publiziert am 30.9.2022