"Insieme"-Altlasten: Bund sucht Cobol-Entwickler

15. August 2014, 10:29
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Die Altsysteme Molis und Stolis der Eidgenössischen Steuerverwaltung werden voraussichtlich noch bis Ende des Jahrzehnt weiter verwendet. Der Bund sucht nun für die Weiterentwicklung Cobol-Spezialisten.

Die Altsysteme Molis und Stolis der Eidgenössischen Steuerverwaltung werden voraussichtlich noch bis Ende des Jahrzehnt weiter verwendet. Der Bund sucht nun für die Weiterentwicklung Cobol-Spezialisten.
Cobol gilt als veraltete Programmiersprache aus den Fünfzigerjahren, die nur noch von wenigen grauhaarigen Männern beherrscht wird. Doch in erstaunlich vielen Banken und Verwaltungen sind noch immer Systeme in Betrieb, die auf Cobol basieren. Diese müssen bis zu einer allfälligen Ablösung weiterentwickelt und an aktuelle Vorschriften und Gesetze angepasst werden.
Auch die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) verwendet solche veralteten Systeme. Es sind jene, die mit dem vor zehn Jahren gestarteten "Insieme"-Projekt hätten abgelöst werden sollen. Das Vorhaben wurde aber Ende 2012 gestoppt und unter dem Namen "Fiscal-IT" neu gestartet. Dieses Projekt wird voraussichtlich erst 2019 abgeschlossen sein. Deshalb müssen die Altsysteme noch jahrelang gepflegt werden.
Für die Hardware-Wartung und Software-Pflege des Mainframes BS2000 bis maximal Ende 2019 gibt der Bund (inkl. MWSt) über 17 Millionen Franken aus. Hinzu kommen nun weitere Kosten, wie einer neuen Ausschreibung der Bundesverwaltung zu entnehmen ist. Um die ESTV-Altsysteme Stolis und Molis weiterentwickeln zu können, benötigt der bundesinterne IT-Dienstleister BIT Cobol-Entwickler.
Wartung und Weiterentwicklung
Die Leistungen der gesuchten Entwicklerressourcen reichen von der Vorbereitung und Analyse über Design und Konstruktion bis hin zur Implementierung, Wartung und Weiterentwicklung. Es werden zwei Personen gesucht für die Zeitspanne ab Ende 2014 bis Ende 2020. In der Ausschreibung heisst es, dass selbst nach der Ablösung der Altsysteme mit "einem gewissen Aufwand für die Ausserbetriebsetzung und die Datenübergabe und –archivierung zu rechnen" sei. Die Ablösung der Systeme dürfte gar bis ins Jahr 2020 dauern.
Das BIT plant, zwei Zuschläge zu vergeben. Diese können der gleichen Firma erteilt werden. Der Grundauftrag umfasst zwei Zuschläge à 9'600 Stunden, hinzu kommt eine gleich grosse Option. Insgesamt handelt es sich also um 38'400 Stunden. Der Auftrag dürfte sich demnach in der Grössenordnung eines einstelligen mittleren Millionenbetrags bewegen.
Für diese Aufgaben ist im Moment ein Team von internen Mitarbeitenden mit der Unterstützung der externen Dienstleister Fasel IT Services und IQ Plus zuständig, heisst es aus Bern. Die internen Mitarbeitenden sollen ihr Wissen jedoch vermehrt im Fiscal-IT-Projekt einbringen, was zum entsprechenden Bedarf für externe Betriebsunterstützung führe, erklärt das BIT. (mim)

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