Insieme: Selbst SAP war billiger

13. August 2012, 09:25
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Im Mai 2011 diskutierte man den Ersatz der geplanten Individuallösung für die Steuerverwaltung durch SAP, so ein Zeitungsbericht.

Im Mai 2011 diskutierte man den Ersatz der geplanten Individuallösung für die Steuerverwaltung durch SAP, so ein Zeitungsbericht.
Die Zeitung 'Der Sonntag' hat sich unter Berufung auf das Öffentlichkeitsprinzip das Sitzungsprotokoll vom 21. Mai 2011 des "Gesamtprojektausschuss" des Softwareprojekts Insieme der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) beschafft. Und nun enthüllt die Aargauer Sonntagszeitung, dass man offenbar an dieser Sitzung über einen Abbruch des Projekts und den Ersatz der geplanten Eigenlösung durch ein SAP-Modul diskutiert hat. Die Bundesverwaltung setzt bereits SAP für die Finanzbuchhaltung ein.
Um den Entscheid für oder gegen die Individuallösung abzusichern, hat man offenbar Gutachten zum bisherigen wie auch zu einem SAP-Projekt erstellen lassen. Das Resultat ist frappant, hätte doch der Kauf und die Einführung von SAP - bekanntlich nicht gerade die billigste Software - angeblich 27 Millionen Franken weniger gekostet als die Eigenentwicklung. Trotzdem stimmte die Gesamtprojektleitung mit fünf Ja gegen zwei Nein und zwei Enthaltungen (seitens der beiden Vertreter des Generalsekretariats des Finanzdepartements) für die Weiterführung des Individualsoftware-Projekts.
Aus den Sitzungsunterlagen ist zudem ersichtlich, dass beim Projekt Insieme bis zum damaligen Zeitpunkt 12 Millionen Franken wegen Ineffizienz verloren gegangen seien, schreibt 'Der Sonntag'.
"Ross nicht wechseln"
Der ehemalige ESTV-Direktor Urs Ursprung begründete gegenüber der Zeitung den damaligen Entscheid damit, dass man nicht im laufenden Projekt "das Ross wechseln" wollte.
Das Software-Projekt, mit dem der Bund eine Lösung der Steuerverwaltung aus den 80er Jahren durch eine neue Eigenentwicklung ersetzen. (hc)

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