Intel befeuert mit "Avoton" den Microserver-Markt

5. September 2013, 09:38
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Intel lanciert neue 64-Bit-System-on-Chip-Serie noch vor ARM. Mehrere Partner wie HP, Ericsson und Microsoft sind bereits an Bord.

Intel lanciert neue 64-Bit-System-on-Chip-Serie noch vor ARM. Mehrere Partner wie HP, Ericsson und Microsoft sind bereits an Bord.
Bevor nächste Woche die Entwicklerkonferenz in San Francisco über die Bühne geht, hat Intel nach nur neun Monaten jetzt schon die nächste 64-Bit-Atom-Generation von SoCs (System on a Chip) vorgelegt, die erstmals die sogenannte Silvermont-Architektur nutzen und in 22nm-Prozessen gefertigt sind. Diese Atom-C2000, Codename "Avoton", wird es in 13 Konfigurationen geben und sie sollen, wenn es nach Intel geht, insbesondere bei Microservern und Cloud-Speichern in Datenzentren eingesetzt werden. Also dort, wo aufgrund der hohen Dichte an Prozessoren die Energieeffizienz zählt, die bis um das Sechsfache verbessert worden sein soll. Die Leistung sei je nach Typ sogar um das Siebenfache höher, teilt Intel mit. Die Atom-C2000-Serie verspricht bis zu acht CPU-Kerne in einem TDP-Bereich (Thermal Design Power) von sechs bis 20 Watt, integriertes Ethernet und bis zu 64 GByte Speicherplatz oder achtmal mehr als in der ersten Generation.
Hinzugekommen sind aber auch speziell optimierte Atom-C2000-Chips für Kommunikations-Infrastrukturen, die unter dem Codenamen "Rangeley" laufen. Sie sollen in Routern, Switches oder anderen Netzwerkteilen zum Einsatz kommen. Hierfür liefert Intel acht verschiedene Prozessortypen mit bis zu acht Kernen für die TDPs von 7 bis 20 Watt. Adressiert werden damit insbesondere die Ansprüche bei der effizienten und sicheren Weiterleitung von Internetdaten und unterstützt von Intels QuickAssist-Technologie auch die Hardware-Beschleunigung von Verschlüsselungsanwendungen. Hierher gehört aber auch der jetzt vorgestellte Intel-Ethernet-Switch FM5224, der zusammen mit der "WindRiver Open Network Software Suite" besonders bei Servern mit hoher Packungsdichte und geringerem Stromverbrauch in SDN-Lösungen (Software Defined Networking) zum Einsatz kommen soll.
Schliesslich ist noch zu vermelden, dass Intel in Zukunft nicht nur die Chip- und System-Ebene adressiert sondern auch die Rack-Ausstattung in den Rechenzentren. Auf der RSA-Basis (Rack Scale Architektur) verbaut Intel dazu superschnelle Silicon-Photonics-Komponenten. Statt über Kupferkabel werden die Signale hier als Photonen über eine dünne Glasfaser verschickt. Intel hat dazu neue MXC genannte Konnektor vorgelegt sowie ein als "ClearCurve" bezeichnetes Glasfaserkabel, das man gemeinsam mit Corning entwickelt hat. So soll es möglich sein, grosse Datenmengen mit extrem hoher Geschwindigkeit über Distanzen von bis zu 300 Metern im Rechenzentrum zu verteilen. Und zwar mit einem Tempo von bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde.
ARM kommt erst 2014
Interessanterweise zeigten die Geschäftszahlen vom zweiten Quartal 2013 (endete am 31. Juli), dass das Geschäft mit der ersten Atom-Generation nicht richtig vom Fleck kam. Nun hat aber bereits Hewlett-Packard (HP) angekündigt, dass sie Chips der neuen Atom-Generation in ihren Moonshot genannten Microservern verbauen wird. Ausserdem will Ericsson seine Blade-basierten Switches für den Cloud-Einsatz ebenfalls in Kürze, wie Intel mitteilt, mit Prozessoren der Atom-C2000-Familie ausstatten. Laut Intel sollen rund 50 Produkte von diversen Anbietern von Microservern, Storage und Netzwerkkomponenten auf der Basis der nun vorgestellten Techniken in der Pipeline sein. Unter anderem wolle Microsoft in seinen Rechenzentren mit dem neuen RSA Rack-Design arbeiten.
Damit ist Intel dem Konkurrent ARM voraus, denn der britische Chipdesigner wird seine 64-Bit-Chips erst 2014 auf den Markt bringen. (vri)

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