Intel-Chef: Chip-Engpässe werden sich noch zuspitzen

23. Juli 2021, 13:47
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Pat Gelsinger sagt eine Konsolidierung in der Halbleiter-Branche und Chipknappheit bis ins Jahr 2023 voraus.

Intel profitiert weiter davon, dass in der Corona-Pandemie mehr Computer gekauft werden. Beim zweiten Standbein – dem Geschäft mit Rechenzentren – läuft es jedoch weniger gut.
Der Chip-Riese rechnet damit, dass sich die globale Halbleiter-Knappheit in den kommenden Monaten noch zuspitzt und bis ins Jahr 2023 hinein andauern kann. "Während ich erwarte, dass die Talsohle bei den Engpässen in der zweiten Jahreshälfte durchschritten wird, wird es noch ein oder zwei Jahre dauern, bis die Industrie die Nachfrage vollständig erfüllen kann", sagte Intel-Chef Pat Gelsinger.
Auch Intel ist dabei, Produktionskapazität aufzubauen. Zu Gelsingers Plan gehört dabei, den Konzern verstärkt auch zum Auftragsfertiger für andere Chip-Entwickler zu machen. Man sei in Gesprächen mit rund 100 potenziellen Kunden, sagte er. Namen wurden nicht genannt.

Akquisitionen nicht ausgeschlossen

Übernahmen zum Ausbau der Kapazitäten seien für Intel aktuell nicht von entscheidender Bedeutung, aber auch nicht ausgeschlossen, betonte Gelsinger. Vor einigen Tagen hatte es in Medienberichten geheissen, Intel habe Gespräche über die Übernahme des Auftragsfertigers Globalfoundries für rund 30 Milliarden Dollar geführt. Der Chef von Globalfoundries, Thomas Caulfield, stellte jedoch wenig später klar, dass es keinen Verkauf an Intel geben werde. Gelsinger zeigte sich überzeugt, dass es eine Konsolidierung in der Branche geben werde.
Intel hat ein Problem in seiner Fertigung: Die Einführung modernerer Produktionsprozesse verzögert sich wegen Rückschlägen bei der Entwicklung. Zugleich wächst die Konkurrenz – nicht nur durch den kleineren Erzrivalen AMD, sondern zum Teil auch durch bisherige Kunden wie Apple, die eigene Chips entwickeln.

Das RZ-Business läuft harzig

Aktuell profitiert Intel weiterhin vor allem von der erhöhten PC-Nachfrage in der Corona-Pandemie. der Konzern verkaufte im vergangenen Quartal allein 40% mehr Notebook-Prozessoren als ein Jahr zuvor. Zugleich ging im vergangenen Quartal aber das Geschäft mit Rechenzentren im Jahresvergleich zurück, wie Intel mitteilte.
Der Konzernumsatz blieb demnach mit 19,6 Milliarden Dollar praktisch unverändert. Auch der Gewinn war mit einem Minus von 0,8% auf 5,06 Milliarden Dollar auf Vorjahresniveau.
Die Erlöse der PC-Sparte des Konzerns stiegen angesichts gesunkener Durchschnittspreise verkaufter Chips deutlich weniger stark als die Stückzahlen – um 6,4% auf 10,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz im Geschäft mit Rechenzentren sank binnen eines Jahres um 9,3% auf 6,45 Milliarden Dollar. Intel bekam zuletzt mehr Konkurrenz in dem Bereich.

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