Intel-Klage: AMD zieht die Schraube an

7. Oktober 2005, 13:24
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Arbeit für mehr als hundert Anwälte.

Arbeit für mehr als hundert Anwälte.
Der Chiphersteller AMD hat 36 grossen US-Unternehmen gerichtliche Anordnungen (Subpoenas) zur Herausgabe von Dokumenten, die im Zusammenhang mit ihren Geschäften mit Intel stehen, zukommen lassen. Unter den betroffenen Firmen sind viele US-PC- und Serverhersteller wie Dell, HP, IBM, Lenovo, Gateway oder Sun Microsystems sowie Niederlassungen von ausländischen Herstellern wie Fujitsu und NEC.
AMD möchte mit diesem Material seine Anschuldigungen gegen Intel untermauern. Ende Juni hatte AMD eine Klage eingereicht in der Intel beschuldigt wird, Kunden systematisch mit Anreizen oder Einschüchterungsversuchen von Geschäften mit AMD abgehalten zu haben.
Auch Media Markt und europäische Distis im Visier
Auch europäische Firmen dürfen sich schon einmal darauf vorbereiten, dass ihnen bald entsprechende Forderungen von AMD in Haus flattern werden. Diese werden momentan vorbereitet. AMD behauptet, dass die Geschäftspraktiken Intels in Europa "sogar noch schlimmer" gewesen seien als in den USA. Unter den europäischen Intel-Kunden, deren Dokumente AMD unter die Lupe nehmen möchte, befinden sich neben Herstellern wie Fujitsu-Siemens auch Distributoren und Einzelhandelsketten wie Media Markt, Dixon und PC World, Conforama, Boulanger, Vobis und RIC.
AMD verschafft mit dieser Klage einer grossen Menge von Anwälten wahrscheinlich auf Jahre hinaus viel Arbeit. Allein um die Papiere und Materialien zu sichten, die AMD aufgrund der nun zugestellten Anordnungen erwartet, sollen mehr als hundert Anwälte eingesetzt werden.
Eine Frage ist allerdings, wie sich die Klage AMDs auf sein Verhältnis zu den genannten Unternehmen auswirken wird, die schliesslich alle auch zumindest potentielle Kunden von AMD sind. Der Chiphersteller sieht in dieser Beziehung aber kein Problem. Man habe es nur auf Intel abgesehen, versicherten AMD-Sprecher, werde aber bestimmt keine Intel-Kunden verklagen. Ausserdem glaubt AMD, dass die Klage auch im Sinne der Intel-Kunden sei. "Wir glauben, dass sie genau so zu den Geschädigten gehören wie wir selbst. Sie waren die Opfer des Intel-Monopols", erklärte dazu AMDs Chefanwalt Chuck Diamond hoffnungsvoll. (Hans Jörg Maron)

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