Intel legt deutlich zu

24. April 2020 um 14:49
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Die Nachfrage aus dem RZ-Bereich und nach Geräten für das Homeoffice sorgt für einen gute Jahresstart bei Intel.

Der Chip-Riese Intel ist bisher ein Gewinner der Corona-Krise: Die Nachfrage nach Technik für Rechenzentren und Geräten für das Homeoffice bescherte dem US-Konzern schnelles Wachstum und mehr Gewinn.
Doch für das zweite Halbjahr befürchtet Intel schlechtere Geschäfte durch einen Sparkurs von Unternehmen und Behörden. "Ab irgendeinem Punkt werden uns die Auswirkungen der Rezession treffen", warnte Firmenchef Bob Swan.
Im vergangenen Quartal übertraf Intel jedoch alle Erwartungen. Insgesamt stieg der Konzernumsatz um 23% auf 19,8 Milliarden Dollar. Beim Gewinn gab es ein Plus von 42% auf 5,7 Milliarden Dollar.
Weil in der Corona-Zeit der Datenverkehr durch Videokonferenzen, Streaming und Games markant ansteigt, bauen Betreiber von Netz-Infrastruktur und Cloud-Diensten ihre Kapazitäten aus. Intel profitierte davon im Geschäft mit Chips für Rechenzentren mit einem Umsatzsprung von 43% auf 7 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn lag mit rund 3,5 Milliarden Dollar sogar 90% höher als im Vorjahreszeitraum. Das Wachstum könne auch noch in die zweite Jahreshälfte hinein reichen, sagte Swan in einer Telefonkonferenz mit Analysten.
Auch der Kauf von Notebooks für die Arbeit im Homeoffice machte sich in Intels Geschäft mit PC-Chips bemerkbar: Der Umsatz der entsprechenden Sparte legte um 14% auf rund 9,8 Milliarden Dollar zu. Mit einem operativen Ergebnis von 4,2 Milliarden Dollar fiel der Gewinn um 37% höher aus als im Jahr zuvor. Im laufenden Quartal werde das Wachstum in dem Bereich noch weitergehen, dann dürfte die Nachfrage gesättigt sein, schätzt Intel.
Die Anleger liessen unterdessen die Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als 5% fallen, nachdem die Ergebnisprognose für das laufende Quartal unter den Erwartungen ausfiel. Intel wagte keine neue Jahresvorhersage, nachdem die erste wegen der Corona-Krise gestrichen worden war.

Spekulationen um Apple

Ausserdem gibt es neue Spekulationen, Apple wolle seine Mac-Computer von Intel-Prozessoren auf Chips mit derselben Architektur wie in seinen iPhones umstellen. Unter Berufung auf Insider schreibt 'Bloomberg', dass Apple drei Mac-Prozessoren plane, die allesamt auf dem Chip A14 basieren sollen, der in Zukunft auch iPhones antreiben wird. Produziert werden sollen sie vom taiwanesischen Unternehmen TSMC, das bereits die iPhone- und iPad-Prozessoren des kalifornischen Konzerns herstellt.
Mindestens ein solcher Mac soll noch nächstes Jahr auf den Markt kommen, so 'Bloomberg'. Für Intel wäre dies ein Rückschlag im PC-Geschäft.

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