Intel trotzt allen Erwartungen

19. Oktober 2011, 06:00
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Mit dem sechsten Quartalsrekord in Folge hat der Chipriese Intel in den letzten drei Monaten alle Erwartungen übertroffen und demonstriert, dass im PC-Markt global gesehen immer noch gut zu verdienen ist.

Mit dem sechsten Quartalsrekord in Folge hat der Chipriese Intel in den letzten drei Monaten alle Erwartungen übertroffen und demonstriert, dass im PC-Markt global gesehen immer noch gut zu verdienen ist.
Im dritten Quartal 2011 hat Intel mit 14,2 Milliarden Dollar, einem Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, einen neuen Rekordumsatz hingelegt und die Analysten überrascht, denn sie hatten mit einer Zielmarke von 13,9 Milliarden Dollar gerechnet. Rekorde gebrochen hat laut Intel auch der Nettogewinn von 3,5 Milliarden Dollar, 17 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Die Zahlen überraschen insofern, dass andere Halbleiterhersteller einschliesslich Konkurrent AMD ihre Prognosen nach unten korrigiert haben. Aber während der PC-Markt in Nordamerika, Westeuropa und Japan mehr oder weniger gesättigt ist, hat Intel laut Finanzchef Stacy Smith im dritten Quartal in Schwellen- und Entwicklungsländern ein zweistelliges PC-Marktwachstum erlebt und besonders im Notebook-Sektor ordentlich zugelegt. CEO Paul Otellini zufolge sind Schwellenländer wie China auf Platz 1 und Brasilien auf Platz 3 mittlerweile zwei der drei führenden PC-Konsumenten der Welt.
Intels Umsätze mit PC-Herstellern sind in den drei Monaten verglichen mit dem Vorjahresquartal um 22 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar nach oben gegangen, die der Data-Center-Gruppe dank Cloud Computing und Wachstum im Mobile-Umfeld um 15 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.
Unterm Strich bleibt Intel bei der Vorhersage, dass der PC-Weltmarkt 2011 um 8 bis 10 Prozent wachsen wird, während andere Prognosen von unter 4 Prozent sprechen, weil befürchtet wird, dass Apples iPad und andere Tablets den Notebook-Markt immer mehr aushöhlen.
Im schnell wachsenden mobilen Bereich der Smartphones und Tablets hat Intel aber auch Federn lassen müssen, weil Mitbewerber wie ARM und Samsung mit dem A4-Prozessor fürs iPhone 4 dem Chipgiganten hier eher das Rennen machen. Folglich sind die Verkaufserlöse für Intels Atom-Prozessor mit nur noch 269 Millionen Dollar im dritten Quartal um 32 Prozent eingebrochen.
Dabei können Atom-Prozessoren durchaus auch zu Höherem dienen als nur Netbooks und anderen mobilen Geräten. Das kalifornische Start-up-Unternehmen SeaMicro bietet mit dem SM10000-64HD ein 10U-Rack-System an, das mit 768 Atom-Prozessoren (1,66 GHz, 64 Bit) 60 Dual-Sockel-Quad-Core-Server mit je einer Höheneinheit ersetzen soll und dabei nur weniger als 3,5 kW verbraucht. Solche "Extreme Low Energy Server" werden derzeit laut Gartner-Analyst Andrew Butler nur in Rechenzentren wie denen von Google oder Amazon eingesetzt, könnten aber zukünftig auch eine breitere Anwendung finden. Möglicherweise dann aber nicht mit Atom-, sondern mit ARM-Prozessoren, denn abgesehen von Konkurrenzprodukten, die darauf bauen, denkt auch SeaMicro darüber nach. (Klaus Hauptfleisch)

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