Intel überrascht mit guten Ergebnissen

15. Juli 2009, 09:04
image

Doch die EU-Busse reisst den Chip-Hersteller in die Verlustzone. Bemerkenswert: Der Umsatz steigt im Vergleich zum Vorquartal und die Gewinnmarge ist deutlich höher als erwartet.

Doch die EU-Busse reisst den Chip-Hersteller in die Verlustzone. Bemerkenswert: Der Umsatz steigt im Vergleich zum Vorquartal und die Gewinnmarge ist deutlich höher als erwartet.
Der Chef des weltgrössten Computerchip-Produzenten Intel, Paul Otellini, hatte im Januar befürchtet – obwohl Intel heftige Gewinn- und Umsatzrückgänge verzeichnete. Nun ist aber im zweiten Quartal, das Ende Juni abgeschlossen wurde, dieses Ereignis doch eingetreten: Intel ist in die roten Zahlen gerutscht. Allerdings ist daran primär nicht das wirtschaftliche Umfeld, sondern eine EU-Busse schuld.
Zahlen besser als erwartet
Die EU hatte dem Unternehmen Mitte Mai eine Strafe von über 1 Milliarde Euro wegen Missbrauchs seiner dominanten Marktstellung auferlegt. Dies führte zu einer Belastung von 1,45 Milliarden Dollar für Intel. So resultierte ein Nettoverlust von 398 Millionen Dollar. Operativ beträgt der Verlust 12 Millionen Dollar.
Klammert man die Busse aus, konnte Intel allerdings die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der Nettogewinn sank um 552 Millionen auf 1,05 Milliarden Dollar, und das operative Ergebnis betrug 1,44 Milliarden Dollar, was einem Rückgang um 820 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr entspricht. So oder so bleibt der Umsatzrückgang um 1,4 Milliarden oder 15 Prozent auf 8,02 Milliarden Dollar. Doch auch hier waren die Analysten von schlechteren Zahlen ausgegangen. Zudem verbesserte sich Intel im Vergleich zum Vorquartal deutlich.
Langsam aus der Talsohle
"Die Ergebnisse von Intel deuten auf eine Erholung auf dem PC-Markt hin. Dies zeigt sich in dem seit 1988 stärksten Wachstum gegenüber dem ersten Quartal und in unserer Erwartung für ein stärkeres zweites Halbjahr", sagte CEO Otellini. Bereits im April hatte Otellini bei der Präsentation der Q1-Zahlen gesagt, dass die Talsohle im PC-Markt erreicht sei. In der Folge bewiesen weniger gute Zahlen anderer Hersteller der PC-Industrie wie etwa AMD, dass der Weg aus der angeblichen Talsohle etwas länger dauern dürfte.
Intel hatte im April einen bei 7,1 Milliarden Dollar stagnierenden Umsatz für das Q2 vorausgesagt. Dass der Umsatz nun im Vergleich zum Vorquartal um 900 Millionen oder um 13 Prozent stieg, ist schon bemerkenswert. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Q2 normalerweise schlechter ist als das vorangegangene. Auch dass die Bruttomarge im zweiten Dreimonatsabschnitt 50,8 Prozent betrug, überraschte die Börse. Intel hatte eine Marge um die 45 Prozent in Aussicht gestellt. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

Beschluss für europaweit einheitliche E-ID gefasst

Die eIDAS-Verordnung der EU verpflichtet alle Mitgliedstaaten, eine einheitliche digitale Identität anzubieten. Europa scheint nicht aus den Fehlern der Schweiz gelernt zu haben.

publiziert am 7.12.2022 1
image

San Francisco: Vorerst doch keine Roboter zum Töten

In einer zweiten Abstimmung hat sich das kommunale Gremium doch noch gegen die Richtlinie entschieden.

publiziert am 7.12.2022
image

Microsoft will eine "Super-App" schaffen

Der Konzern will die chinesische App Wechat kopieren. Für den Vertrieb der Anwendung wird man allerdings weiterhin auf die Konkurrenz angewiesen sein.

publiziert am 7.12.2022
image

Drivetek in die USA verkauft

Der Engineering-Dienstleister stellt Hard- und Software für verschiedene Antriebstechniken her. Nun wurde das Startup für mehrere Millionen Franken veräussert.

publiziert am 7.12.2022