Intel und Facebook wollen Server dekonstruieren

17. Januar 2013, 16:22
  • international
  • intel
  • facebook
image

Intel und Facebook arbeiten schon seit einiger Zeit eng zusammen an der Entwicklung neuer Rack-Technologien.

Intel und Facebook arbeiten schon seit einiger Zeit eng zusammen an der Entwicklung neuer Rack-Technologien. Eines der Ziele ist es, die Hauptkomponenten eines klassischen Servers, die heute noch zusammen in einem Gehäuse stecken, trennen zu können. CPUs, Storage, Netzwerkkarten und Stromversorgungen könnten so über die Racks im RZ verteilt werden. Damit wiederum könnten sie zu Ressourcenpools zusammengefasst und auch einzeln aufgerüstet werden. Dies würde vor allem für Betreiber grosser Rechenzentren grosse Einsparungen und mehr Flexibilität bringen.
Die Basis dafür soll Intels "Silizium-Photonik"-Technologie sein. Am Open Compute Summit in Santa Clara wird gegenwärtig ein von Quanta Computer gebauter mechanischer Prototyp einer solchen Rack-Architektur gezeigt. Bei der Silicon-Photonics-Technologie sei man zudem mittlerweile aus dem Pionierstadium hinaus und bei der technischen Umsetzung angelangt.
In traditionellen Racks nutzt jeder einzelne Server seine eigenen Ressourcen, meist auch schön säuberlich in einem Gehäuse vereint. Die räumliche Nähe ist unter anderem dadurch bedingt, dass die heute verwendeten Datenübertragungsschnittstellen das zur Kommunikation zwischen den Komponenten benötigten Tempo nur über kurze Distanzen im Zentimeterbereich ermöglichen. Die Silicon-Photonics-Technologie kann dagegen laut Intel die notwendige Geschwindigkeit auch über grössere Distanzen gewährleisten. Der Chiphersteller spricht von einer Bandbreite von bis zu 100 Gigabit pro Sekunde.
Bei der Silizium-Photonik-Technologie werden Lichtimpulse statt elektrische Signale zur Übertragung der Daten zwischen den Komponenten verwendet, entweder über Glasfasern oder auch über "nackte" Laserstrahlen. Das ist an sich keine neue Idee. Bei Silicon-Photonics à la Intel wird aber laut dem Chipriesen auch möglichst weitgehend auf klassische, kostengünstige Silizium-Technologie gesetzt. Damit sollen Silizium-Photonik-Systeme einen deutlichen Preisvorteil gegenüber älteren optischen Technologien ermöglichen. (Hans Jörg Maron)
(Foto: Intel. Ein Silicon Photonics Transmitter-Modul (links) sendet einen Laserstrahl vom Siliziumchip in der Mitte der linken Platine zum Empfänger-Modul (rechts), wo ein zweiter Siliziumchip die Daten auf dem Laserstrahl erkennt und in ein elektrisches Signal zurück konvertiert.)

Loading

Mehr zum Thema

image

BIZ macht Vorschläge für Bigtech-Regulierungen

Damit die grossen Tech-Unternehmen im Finanzbereich keine marktbeherrschende Stellung einnehmen können, werden im Institut zwei verschiedene Ansätze diskutiert.

publiziert am 5.10.2022
image

Jetzt liegt mit "Matter" der erste Smart-Home-Standard vor

Die Connectivity Standards Alliance mit Apple, Google, Amazon, Samsung und 280 weiteren Technikherstellern haben einen IoT-Standard verabschiedet.

publiziert am 5.10.2022
image

Rechnen sich die Milliarden-Investitionen in das Metaverse?

Insgesamt 70 Milliarden Dollar will Meta für die Entwicklung seiner immersiven Techplattform aufbringen. So viel wie nie ein Tech-Konzern zuvor in neue Technologien investiert hat.

publiziert am 5.10.2022
image

Ransomware-Bande meldet Angriff auf Ferrari

Die Gruppe Ransomexx hat angeblich erbeutete Dateien veröffentlicht. Der Automobilhersteller erklärt, keine Beweise für eine Verletzung seiner Systeme zu haben.

publiziert am 3.10.2022