Intel und Micron gründen Speicherchip-Joint-Venture

21. November 2005 um 16:30
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Die beiden Chiphersteller Intel und Micron wollen künftig gemeinsame Sache im Markt für NAND-Flashspeicherchips machen und gründen ein Joint-Venture namens IM Flash Technologies.

Die beiden Chiphersteller Intel und Micron wollen künftig gemeinsame Sache im Markt für NAND-Flashspeicherchips machen und gründen ein Joint-Venture namens IM Flash Technologies. Die Nachfrage für diese Art von Flashchips, die zum Beispiel in Digitalkameras, Musikplayern oder Handys verwendet werden, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Der Markt ist allerdings auch von heftigen Preiskämpfen geprägt, was die Grösse eines Herstellers zu einem wichtigen Kriterium macht.
Micron und Intel werden je 1,2 Milliarden Dollar in Form von Bargeld oder Sachwerten, zum Beispiel Patenten, in das neue Unternehmen einbringen. Über die nächsten Jahre sollen nochmals 1,4 Milliarden Dollar investiert werden. Das Joint Venture gehört zu 51 Prozent Micron, Intel wird die restlichen 49 Prozent übernehmen.
Für Intel bedeutet dies den Einstieg in die Produktion einer neuen Art von Chips. Der weltweit grösste Chiphersteller hat bisher nur NOR-Chips, eine andere Art von Flash-Chips hergestellt. Die Markt für NAND-Chips ist aber in den letzten Jahren stärker gewachsen und hatte zum Beispiel Samsung, dem insgesamt zweitgrössten Chiphersteller der Welt, geholfen, den Abstand zu Intel zu verringern.
Das Joint-Venture hat auch bereits einen Grosskunden. Apple will sich in den nächsten Jahren bis 2010 einen kontinuierlichen Nachschub an Flashspeichern sichern. Um dies zu gewährleisten, zahlt Apple in den nächsten drei Monaten fünf Herstellern insgesamt 1,25 Milliarden Dollar im Voraus. Je 250 Millionen Dollar gehen an Intel und Micron, den Rest teilen sich Samsung, Hynix und Toshiba. (hjm)

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