Intel verschiebt Launch von Ivy Bridge

21. Juni 2011, 12:59
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Sandy Bridge am Leben erhalten, Kannibalisierung durch Tablets vermeiden.

Sandy Bridge am Leben erhalten, Kannibalisierung durch Tablets vermeiden.
Ursprünglich war der Launch der neuen Notebook-Plattform mit Prozessoren auf Basis der 22-nm-Fertigung für den November 2011 geplant, jetzt soll er erst im März 2012 stattfinden. So romantisch der Codename Ivy Bridge, wörtlich Efeubrücke, auch klingen mag, so profan ist Intels Motiv, den Start zu verschieben: Dies geschehe, um einen "besseren Übergang zwischen der neuen und der alten Plattform" zu ermöglichen, wie der CPU-King 'Digitimes' zufolge Notebook-Hersteller in Taiwan unlängst wissen liess.
Konkret geht es darum, die Sandy-Bridge-Prozessoren-Reihe noch etwas am Leben zu halten, nachdem Intel im Januar 2011 wegen fehlerhafter Chipsätze der 6er-Serie eine Rückrufaktion starten musste und erst im April mit einer überarbeiteten Fassung wieder normal liefern konnte. Für die Notebook-Industrie hatte das zur Folge, dass die Nachfrage zwei Monate lang hinter den Erwartungen her hinkte.
Intels Entscheidung, den Ivy Bridge-Launch zu verschieben, hat aber auch noch einen anderen Grund, heisst es in Industriekreisen. Denn indem er das Schritttempo in der Roadmap verlangsamt, versucht der Prozessorhersteller auch, die Auswirkungen der Kannibalisierung durch Tablet-PCs im Laptop-Markt aufzufangen.
Testmuster aufgetaucht
Obwohl Intel die Partner und die Presse mit NDAs (Non-Disclosure Agreements oder Geheimhaltungsverträgen) hart an die Kandare nimmt, sind laut 'PC Games Hardware' vor wenigen Tagen in China mit ersten Engineering Samples (Testmustern) auf der Webseite von 'ZOL' nicht nur Bilder von Ivy Bridge aufgetaucht, sondern auch einige streng gehütete Geheimnisse gelüftet worden.
So zeigen die ersten Testmuster einen vergleichsweise geringen Basistakt von 1,8 GHz, was 'PC Games Hardware' in einem so frühen Stadium nicht für verwunderlich hält. Zu einigen Modellen werden dem Magazin zufolge bei 'ZOL' auch schon Eckdaten genannt: So soll das Modell QAX5 zwei Kerne, 4 MB L3-Cache und eine TDP (Thermal Design Power oder Verlustleistung) von 95 W bieten. Das Modell QXA2 soll im Gegensatz dazu mit vier Kernen und 8 MB L3-Cache auf den Markt kommen.
Eine Besonderheit der neuen Intel-Prozessoren sind dreidimensionale so genannte 3D-Tri-Gate-Transistoren, welche gegenüber den herkömmlichen 2D-Planar-Transistoren enorme Vorteile bieten sollen. Zum einen treten laut Intel rund 50 Prozent weniger Leckströme auf, was die neuen Prozessoren besonders stromsparend macht, zum anderen sollen sie bei niedrigerer Spannung rund 37 Prozent schneller sein. Platzsparender als die Vorgänger auf Basis der 32-nm-Fertigung sind sie obendrein. (Klaus Hauptfleisch)

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