Intel verschiebt Produktion der neuen Server-CPUs

30. Juni 2021, 12:22
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Die neue Version der Xeon-Server-Chiplinie wird erst 2022 in Produktion gehen. Im wichtigen Geschäftsbereich hat Intel Marktanteile an AMD verloren.

Intel schiebt die Produktion seiner neusten Server-Chip-Linie nach hinten. Das Unternehmen schreibt in einem Blogeintrag, dass das Chipdesign mit dem Codenamen Sapphire Rapids im ersten Quartal 2022 in Produktion gehen werde. Zunächst hiess es, die Produktion starte noch in diesem Jahr.
"Angesichts des Umfangs der Verbesserungen in Sapphire Rapids planen wir eine zusätzliche Validierungszeit vor der Produktionsfreigabe ein, die den Bereitstellungsprozess für unsere Kunden und Partner vereinfachen wird", schreibt Lisa Spelman, Chefin der Xeon and Memory Group von Intel.
Sapphire Rapids, Nachfolger der Ice-Lake-Server-CPUs, sei der leistungsstärkste Prozessor für Rechenzentren von Intel, fügt Spelman an.
Für Intel ist das Server-Chip-Business ein wichtiges Geschäftsfeld. Etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes stammen aus diesem Bereich. Das Business wächst aufgrund der Migration in die Cloud stark. 
Die Verzögerung ist die erste unter CEO Pat Gelsinger. Es sei unklar, wie gross der Rückschlag durch die Produktionsverzögerung ist, schreibt das amerikanischen Channel-Magazin 'CRN'. Aber über die vergangenen Jahre sei es bei neuen Verfahren immer wieder zu Verzögerungen gekommen. 
Intel dominiert das Geschäft mit Chips für Rechenzentren, aber der kleinere Konkurrent AMD hatte in den letzten Jahren Server-CPUs auf den Markt gebracht, die die Leistungsdaten von Intel erreichen. Zahlen von Mercury Research zufolge ist der Marktanteil von AMD von unter 2% im Jahr 2018 auf fast 9% im ersten Quartal 2021 gestiegen. AMD konnte laut 'CRN' ausserdem seinen Anteil in den Top-500-Supercomputern innerhalb eines Jahres verdreifachen.
Pat Gelsinger, seit Februar CEO von Intel, hat sich zum Ziel gesetzt, Intel wieder zu einer dominanten Position zu verhelfen und die einstige Führung des Unternehmens in der Halbleiterherstellung wiederherzustellen. Unter anderem kündigte er ein Investment von über 20 Milliarden Dollar in Fabriken an.
Die nun erfolgte Ankündigung, so eine Analystin zu 'Bloomberg', werde Sorgen über einen weiteren Verfall von Intels Wettbewerbsposition hervorrufen. 
Die Intel-Aktien fielen am Dienstag um 1,3%, während die AMD-Papiere um 2,8% zugelegt haben.

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