Intel verspricht: Stromversorgung bald ohne Kabel

22. August 2008, 12:48
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An der Steckdose vorbeispatzieren und schwupps ist der Akku wieder voll: Intel hat an seiner Entwicklerkonferenz eine entsprechende Technologie präsentiert. Diese steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.

In Zukunft sollen sich Laptop-Akkus in der Nähe von Stromquellen kabellos aufladen. Intel hat an seiner Entwicklerkonferenz eine entsprechende Technologie präsentiert. Diese steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.
Zum Abschluss der Intel-Entwicklerkonferenz "IDF" in San Francisco hat Technikchef Justin Rattner in der Nacht auf heute, Freitag, einen Ausblick auf Zukunftstechnologien aus den Forschungslabors gegeben. Laut Rattner wird Strom künftig drahtlos übertragen. In einer Demonstration der Technologie mit dem Namen "Wireless Resonant Energy Link" (WREL) konnten die Techniker eine 60-Watt-Glühbirne bei einem Abstand von einem Meter zur Stromquelle ohne direkte Kabelverbindung zum Leuchten bringen.
Die Technologie basiert auf einer Entwicklung des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Das Funktionsprinzip des WERL macht sich dabei einige physikalische Grundregeln zu Nutze. Zum Einsatz kommen elektrische Spulen, die auf derselben Frequenz rotieren und somit Energie von einer auf die andere Spule übertragen können. Bei der aktuellen Versuchsanordnung kommen jedoch relativ große Spulen zum Einsatz. Diese sind für die Integration - beispielsweise in einem Notebook - noch deutlich zu groß. Rattner geht davon aus, dass die Technik innerhalb der kommenden fünf Jahre entsprechend verkleinert und somit in elektronische Geräte aller Art verbaut werden kann.
Verheissungsvoll, aber noch nicht reif
Ein starkes Argument für diese Art der Energieversorgung ist die Effizienz der Technologie, so der Intel-Technikchef. Bei der Glühbirnendemonstration ging lediglich ein Viertel der Energie verloren. "Das ist der interessanteste Punkt für mich - eine erreichte Effizienz von 75 Prozent bei drahtloser Übertragung über die Distanz von einem Meter. Nicht einmal das Akkupack eines Laptops kann mit derartiger Effizienz aufwarten", meint Rattner. Dennoch ist noch einige Forschungsarbeit nötig, bis die Technologie tatsächlich auf den Markt kommen kann. Eine Herausforderung besteht darin, die kabellose Energieversorgung so aufzubauen, dass das elektromagnetische Feld keine Interferenzen mit anderen Teilen des Computers erzeugt.
Die Forscher sehen ausserhalb der IT noch weitere Anwendungsmöglichkeiten für ihre Entwicklung. So könnten beispielsweise Herzschrittmacher drahtlos aufgeladen werden. Damit würde den Patienten eine Operation zum Batteriewechsel erspart bleiben. Auf dem Weg dahin wollen die Forscher auch die Effizienz noch deutlich steigern. Derzeit erreichen sie im Umkreis von zwei Metern eine Effizienz von etwa 45 Prozent. Geht man mit der Glühbirne näher zur Stromquelle erhöht sich diese. Laut eigenen Angaben schafften es die Forscher bereits, 90 Prozent der Energie zu übertragen, womit nur ein Zehntel verloren gehen würde. (pte)

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