Intels smarte 3D-Welt

7. Januar 2015, 11:15
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PCs mit 3D-Steuerung und smarte Knöpfe.

PCs mit 3D-Steuerung und smarte Knöpfe.
An der CES in Las Vegas hatte gestern der Chiphersteller Intel seinen grossen Auftritt. CEO Brian Krzanich skizzierte in einer Rede seine Version der Zukunft des Computings. Wearables stehen für Intel dabei im Fokus: Der Chip-Riese glaubt fest daran, dass tragbare Technik vor einer grossen Zukunft steht. "Unser Ziel ist es, mit Intel-Technologie zur Lösung alltäglicher Probleme beizutragen und das Leben der Menschen und die Arbeit der Unternehmen massgeblich zu erleichtern."
Entsprechend stellte Intel sein neues Hardware-Modul "Curie" (Foto) vor. Es ist nach Galileo bereits das dritte Entwicklermodul für Wearables von Intel. Das Modul ist so gross wie ein Knopf und basiert auf dem ersten, speziell für Wearable-Produkte entwickelten System-on-Chip (SoC) des Unternehmens. Curie unterstützt Bluetooth Low Energy und besitzt einen 6-Achsen-Kombi-Sensor mit Beschleunigungsmesser und Gyroskop. Zudem ist ein Akkuladeschaltkreis enthalten. Dem 32-Bit-Quark-Microcontroller stehen 384 KByte Flash-Speicher und 80 KByte SRAM zur Seite. Curie soll voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres verfügbar sein. Damit können etwa Ringe, Taschen oder eben Knöpfe "smarter" gemacht werden. Intel kooperiert dabei mit Mode-, Fitness- und Lifestyle-Marken wie Fossil und Luxottica. So kündigte der Konzern eine strategische Zusammenarbeit mit Oakley an. Ein erstes "smartes" Produkt der beiden Unternehmen soll im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.
Intel zeigte darüber hinaus weitere Produkte wie die Selfie-Drohne Nixie eine neue App von Intel Security, die über Gesichtserkennung und Fingerabdruck genutzt werden kann und dieses Jahr lanciert wird. Ein Schwerpunkt bildete 3D: Noch im ersten Quartal 2015 sollen 2in1-Geräte, Tablets, Notebooks und All-in-One-PCs mit Intel-RealSense-Kameras auf den Markt kommen. Krzanich demonstrierte erste Geräte mit Sprach- und Gestensteuerung. "Sie sind nicht länger durch Kabel an ihren Computer gekettet", sagte Krzanich. RealSense soll Intel zufolge langfristig auch die Entwicklung holografischer Displays ermöglichen. Die Technik kann auch Tiefe erkennen und eignet sich daher für 3D-Scans und verlässliche Gesichtserkennung. Eine Kamera im Tablet scannt das Gesichts des Nutzers ab - und er braucht nirgendwo mehr seine Passwörter einzugeben, weil sie automatisch eingetragen werden. Ein smartes Türschloss schliesst auf, weil es das Gesicht eines Bewohners erkennt. Die Technik scheint aber noch nicht ganz ausgereift zu sein: Bei der Demonstration klappte beides erst im zweiten Anlauf.
Darüber hinaus will sich der Chiphersteller auch weiter im Bereich Robotics engagieren. Krzanich verwies auf die Zusammenarbeit mit iRobot und den gemeinsam mit Cisco entwickelten Roboter Ava, die beide Intel-Prozessoren und auch RealSense nutzen.
Um 3D-Druck gehts bei der Kooperation mit HP. Intels Core i7 Prozessor treibt nämlich HPs neue Multi-Jet-Fusion-Technologie für 3D-Druck an. Die 3D-Drucker von HP kommen allerdings erst 2016 auf den Markt.
Gleichberechtigung
Der Chipkonzern kündigte zudem an, dass er künftig deutlich mehr Frauen und Minderheiten beschäftigen will. Die Initiative solle mit 300 Millionen Dollar finanziert werden. Wie genau dieses Geld eingesetzt werden soll, sagte Krzanich nicht. Allerdings machte er deutlich, dass Prämien des Managements an die Erfüllung der Gleichberechtigungs-Ziele gekoppelt werden sollen.
Im Silicon Valley gibt es aktuell scharfe Diskussionen, weil unter den Mitarbeitern der Technologie-Unternehmen weisse Männer in der Überzahl sind. Das belegten auch im vergangenen Jahr veröffentlichte Transparenzberichte. (sda/mim)

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