Internet 2025: Cisco zeichnet ein düsteres Bild

6. September 2010, 11:28
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Überbordende Datenmengen und Cybercrime als Gefahren für das Zukunfts-Web.

Überbordende Datenmengen und Cybercrime als Gefahren für das Zukunfts-Web.
Im Jahr 2025 sind Flatrates nur noch eine schöne Erinnerung älterer Internetuser, der Datenverkehr im Web stockt und Cyber-Kriminalität bedroht die Welt. Dieses ist eines einer Reihe von möglichen Szenarien, welches Cisco und die "Monitor Group Business Network" in einer Studie zur Zukunft des Internets bis zum Jahr 2025 zeichnen. "15 Jahre sind für das Internet eine sehr lange Zeit. Wer da Prognosen wagt, ist kühn", relativiert allerdings der Zukunftsforscher Karlheinz Steinmüller gegenüber 'pressetext'.
Anfügen muss man natürlich auch: Cisco ist als Netzwerk-Infrastrukturlieferant Partei – ein Teil der negativeren Voraussagen könnte dann eintreffen, wenn Regierungen und Telcos zuwenig in Infrastruktur investieren. Andererseits fasst der Report einige Befürchtungen zusammen, die auch manche neutrale Experten äussern.
Das Internet der Zukunft, so glauben die Autoren des Reports generell, werde einen noch grösseren Einfluss auf die Gesellschaft haben, als bisher. Das grösste Wachstum stammt daher, dass es sich zunehmend in Schwellenländern, in Dörfer und in ländliche Gebiete ausbreiten wird.
Der Report umreisst unter anderem auch technologische Trends, die auf die Zukunft des Webs Einfluss nehmen könnten. Eine Mischung aus Spracherkennung und Touch-Screen, glauben die Autoren beispielsweise, werde in Verbindung mit anderen Technologien Tastaturen als Eingabegräte ersetzen. Zukunftsforscher Steinmüller allerdings widerspricht: "Internet und Augmented Reality werden verkoppelt. Aber neue virtuelle, räumliche Interfaces bedeuten nicht unbedingt den 'Tod' der doch recht schnellen und gut eingeübten Qwertz-Tastaturen."
Einmal optimistisch
Cisco präsentiert in der Studie nach einem Blick in die digitale Kristallkugel vier mögliche Internet-Zukunfts-Szenarien.
Im Szenario "Fluid Frontiers" zeigen sich durchaus positive Aussichten. Cisco beschreibt in diesem Szenario eine zukünftige Welt, in der das Internet allgegenwärtig und für alle Gruppen zugänglich ist. Wettbewerb und technologischer Fortschritt macht den Zugang billiger und weltweit verfügbar. User bekommen schneller die Information, die sie haben wollen.
Dreimal düster
Mit "Insecure Growth" zeichnet der Netzwerkspezialist eine unsichere Zukunft: Privatpersonen und Unternehmen haben Angst vor der Abhängigkeit von der Technik und meiden das Internet. Vermehrte Cyber-Kriminaltität überfordert Organisationen und Regierungen. "Cybercrime und krimineller Spam sind schon heute Bedrohungen, die pro Jahr zig Milliarden kosten, insofern kann man sie schon heute als Weltbedrohung auffassen", erklärt auch Steinmüller gegenüber 'pressetext'.
Noch trüber würde es für das Internet beim Szenario "Short of Promise" aussehen. Dieses dreht sich um eine Welt ohne Wirtschaftswachstum. Protektionistische Haltungen von Regierungen sind die Antwort auf die Stagnation. Die Ausbreitung des Internets wäre gebremst und es gebe keine Innovationen mehr.
Am schlimmsten trifft es die Welt im vierten Szenario. Bei "Bursting at the seams" wächst die Nachfrage nach digitalen Diensten kontinuierlich. Wartezeiten werden zur Normalität und das globale Netz ein Opfer des eigenen Erfolgs. Cisco sieht zudem eine Gefahr von Animositäten gegen die Technologiedominanz der USA. Es kommt zu einer Lähmung der internationalen Standardisierungsbemühungen. (pte/hjm)

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