Internet der Dinge als Risikofaktor für Versicherer

20. Mai 2015, 12:26
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Ein Bericht der Swiss Re, der neue Trends und deren Risiken untersucht, listet das IoT als "Emerging Risk".

Ein Bericht der Swiss Re, der neue Trends und deren Risiken untersucht, listet das IoT als "Emerging Risk".
Das Internet der Dinge (IoT) wird nicht nur das Konsumverhalten verändern, sondern auch Unternehmensprozesse sowie das Verhalten der Gesellschaft allgemein beeinflussen. Es wird geschätzt, dass bis 2025 eine vierköpfige Familie über 100 mit dem Internet verbundene Geräte besitzen wird. Eine Einzelperson könnte täglich mit bis zu 5000 verbundenen Dingen in Kontakt kommen, heisst es in einem Risikobericht des Schweizer Rückversicherers Swiss Re.
Der sogenannte Sonar-Bericht ("Systematic Observation of Notions Associated with Risk") beschreibt Trends, deren potentielle Auswirkungen und die daraus resultierenden Kettenreaktionen sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren auswirken werden.
IoT gilt als "Emerging Risk"
Im Bericht sind 21 Trends beschrieben, deren potenzielle Auswirkungen und die daraus resultierenden Kettenreaktionen die gesamte Versicherungsbranche betreffen werden. Die Auswahl dieser "Emerging Risk" basiert auf der sich verändernden Risikolandschaft, wie etwa neue ökonomische, technologische oder soziopolitische Entwicklungen, so die Autoren. Auch grosse Naturkatastrophen oder finanzielle Repressionen zählen zu diesen Risiken.
Die zunehmende Verbindung von Geräten wirft Fragen auf zu Netzwerk- und Datensicherheit, Ausfallsicherheit oder die Langzeitwartung von Netzen und Geräten. Verluste können durch Systemausfälle verursacht werden. Aber auch Cyber-Attacken bergen mit dem IoT eine immer grössere Gefahr. Hinzu kommen rechtliche Risiken.
Neue Regulierungen, wie mit Daten umgegangen wird und inwiefern der Datenschutz gewährleistet werden kann, sind Faktoren, die die Versicherungsbranche beeinflussen wird. Darüber hinaus werden zusätzliche Probleme entstehen, wenn diese Regulierungen nicht über die Landesgrenzen hinaus koordiniert und standardisiert werden.
Werden IT-Unternehmen bald auch Versicherungsgesellschaften?
Das Internet der Dinge hat erhebliches Potenzial, gesamte Versicherungsparten umzukrempeln. Menschen werden immer mehr auf datengesteuerte Prozesse angewiesen sein. Zum einen führt dies zu neuen Risiken, wie Swiss Re schreibt. Gleichzeitig jedoch bringt es auch Vorteile für die Versicherer: mit dem IoT werden auch Daten geliefert, die dabei helfen können, Verluste zu verhindern - Einbruchssicherheit ist dabei nur eines von unzähligen Beispielen. Darüber hinaus werde die entstehende Datenmenge dabei helfen, genauere Risikoanalysen durchzuführen.
Wie der Bericht weiter ausführt, wird es für die Versicherungsbranche essenziell sein, wie mit den Daten aus dem IoT umgegangen werden darf respektive wie gut die Unternehmen mit Big Data überhaupt umgehen können. So spekuliert der Rückversicherer auch, dass grosse IT-Unternehmen als Konkurrenz der Versicherer auf den Markt drängen könnten. (kjo)
(Bild Startseite: Illustration von Simon Cockell unter Creative-Commons-Lizenz.)

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