"Internet der Dinge": Google kauft Nest

14. Januar 2014, 10:16
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Mit der zweitgrössten Firmenübernahme seiner Geschichte steigt Google ins Geschäft für intelligente Rauchmelder und Heizungsthermostate ein.

Mit der zweitgrössten Firmenübernahme seiner Geschichte steigt Google ins Geschäft für intelligente Rauchmelder und Heizungsthermostate ein.
Nach dem Kauf von Motorola für 12,5 Milliarden Dollar hat der Internetriese Google nun für 3,2 Milliarden Dollar die Firma Nest übernommen. Das Unternehmen ist auf intelligente Heizungsthermostate und Feuermelder spezialisiert und beschäftigt derzeit mehr als rund 300 Angestellte auf drei Kontinenten, wie Nest-CEO Tony Fadell in einem Blog-Eintrag zur Übernahme festhielt. In den USA und Kanada arbeite man bereits mit rund 25'000 Branchenspezialisten zusammen.
Das erst 2010 von Fadell, der unter anderem als einer der Väter von Apples iPod gilt, und Matt Rogers gegründete Unternehmen war bereits seit 2011 mit Google-Gründer Sergey Brin im Gespräch. In der Folge hatte sich Google als "Gleichgesinnter" auch an mehreren Finanzierungsrunden am Ausbau von Nest beteiligt. Mit der Übernahme soll Nest als eigenständige Einheit bestehen bleiben, nun aber den Aufbau einer weltweiten Infrastruktur zur Online-Vernetzung von Haushaltsgeräten vorantreiben, um sie intelligent zu steuern. Der Verkauf soll bereits in den wenigen Monaten abgeschlossen sein.
Beim Trend zum "Internet der Dinge" haperte es bisher bei Google mit konkreten Produkten. Geräte für die Automatisierung von Haushalten wie sie Nest liefert, sind hier ein grosser Schritt nach vorne. Und Nest selber kann einen starken Partner gut gebrauchen, der bereits in vielen Haushalten dieser Welt präsent ist. Gemeinsam dürfte es den beiden Firmen leichter fallen zu steuern, wie beispielsweise jemand Energie verbraucht.
Dass hier riesige Geschäftsmöglichkeiten schlummern, ist klar. Hinzu kommt, dass die Innovationsstärke von Google nicht erst seit den Testfahrten der Google-Autos bekannt ist. Mit dem Kauf von Nest erschliesst sich der Internetgigant jedenfalls ein ganz neues Geschäftsfeld. So verwundert es nicht, wenn Google-Chef Larry Page Nest lobt, die mit ihren Thermostaten, Energie- und Rauchmeldern helfen würden, das Familienleben sicherer zu machen und anfügt: "Wir freuen uns (weitere) tolle Erlebnisse in den Häusern vieler Länder zu verwirklichen". (Volker Richert)

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