iPhone 5S weckt Sicherheitsbedenken

16. September 2013, 11:52
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Das iPhone 5S mit seinem Fingerscanner ist noch nicht auf dem Markt, und schon gibt es Sicherheits-Befürchtungen. Immerhin: Mit einem toten Finger lässt sich der Scanner nicht bedienen.

Das iPhone 5S mit seinem Fingerscanner ist noch nicht auf dem Markt, und schon gibt es Sicherheits-Befürchtungen. Immerhin: Mit einem toten Finger lässt sich der Scanner nicht bedienen.
Kurz nachdem vor knapp einer Woche das neue iPhone 5S vorgestellt wurde, tauchten verschiedene IT-Security-Expertenmeinungen auf, wonach der Fingerabdruck-Scanner des neuen iPhones in Bezug auf Sicherheit Gefahren berge. Der Scanner kann für das Entsperren des iPhones und für Käufe über den App Store verwendet werden. Vor dem Hintergrund der NSA-Affäre befürchten einige, dass die biometrischen Daten in falsche Hände geraten könnten - und damit auch die Identität des Nutzers.
Anzumerken gilt, dass Apple bei der Präsentation klargemacht hat, dass die Fingerabdruck-Daten nur lokal auf dem Gerät gespeichert werden und nicht etwa in der iCloud. Apple erfasst das Muster als Hash, also als mathematische Ableitung. Dadurch sollen keine Rückschlüsse auf den Fingerabdruck möglich sein, sagt Apple.
Experten sind skeptisch
In der Schweiz haben Medien einige IT-Security-Exponenten und Datenschützer befragt. Die 'Sonntagszeitung' zitierte gestern Francis Meier, Mitarbeiter bei der eidgenössischen Datenschutzbehörde, mit der Aussage: "iPhones sind mit dem Internet verbunden. Es besteht deshalb die Gefahr, dass die Fingerabdrücke in fremde Hände geraten, auch wenn sie lokal gespeichert sind." Man wolle sich dafür einsetzen, dass die Vereinigung der europäischen Datenschützer bei der EU auf die Problematik hinweisen werde, so Meier.
Die Zeitung zitiert auch den IT-Sicherheitsexperten Marc Ruef: "Um an die Daten der Fingerabdrücke heranzukommen, müssten Hacker einen erhöhten Aufwand betreiben. Unmöglich wäre das aber nicht." Ein weiterer Experte, Guido Rudolphi, sagt gegenüber '20 Minuten': "Über kurz oder lang wird das Fingerabdruck-System gehackt"
Auch Politiker lassen sich gerne zum Thema befragen. SP-Nationalrat Jean-Christophe Schwaab will gemäss 'Sonntagszeitung' auf eidgenössischer Ebene den Datenschutz verbessern. Er werde noch in der Herbstsession zwei Vorstösse dazu einreichen. Zum einen fordert er, dass sich Firmen wie Apple bereits bei der Entwicklung ihrer Produkte verpflichten, den Datenschutz zu gewährleisten. Zum anderen will er, dass Unternehmen immer das explizite Einverständnis ihrer User einholen müssen, wenn sie ihre Daten weiterverwenden möchten.
Nur mit lebendem Finger
Wer übrigens befürchtet, der Scanner könnte dazu führen, dass Kriminelle den iPhone-Nutzern den Finger abhacken: Laut Apple funktioniert die Technik nur mit einem lebenden Finger. (mim)

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