iPhone: Richterliche Ohrfeige für T-Mobile und Apple

21. November 2007, 11:13
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Das Landgericht Hamburg hat T-Mobile einen dicken Knüppel zwischen die Beine geworfen: Auf Betreiben von Vodafone hat das Gericht eine einstweilige Verfügung ausgesprochen und es T-Mobile vorerst verboten, Apples iPhone so wie bisher zu verkaufen.

Das Landgericht Hamburg hat T-Mobile einen dicken Knüppel zwischen die Beine geworfen: Auf Betreiben von Vodafone hat das Gericht eine einstweilige Verfügung ausgesprochen und es T-Mobile vorerst verboten, Apples iPhone so wie bisher zu verkaufen. Insbesondere hat das Gericht entschieden, dass das iPhone auch in den Netzen anderer Anbieter funktionieren und nicht nur zusammen mit einem Handyvertrag verkauft werden dürfe. Falls sich T-Mobile nicht an diese Auflagen hält droht das Gericht mit möglicherweise massiven Ordnungsstrafen von bis zu 250'000 Euro - pro verkauftem iPhone!
T-Mobile will als Reaktion auf das Urteil heute bekannt geben, ob und wie man den Auflagen nachkommen will, bis das Gericht einen endgültigen Entscheid gefällt hat. Dieser soll in etwa zwei Wochen fallen.
T-Mobile stellte sich auf den Standpunkt, dass man die Rechtslage im Vorfeld des Verkaufsstarts intensiv geprüft habe und die bisherige Vertriebsform völlig rechtmässig sei. Man behalte es ich darum auch vor, nach einem endgültigen Urteil Schadensersatzforderungen gegen Vodafone "in maximaler Höhe" zu stellen.
Auch Apple dürfte der Entscheid des Hamburger Gerichts absolut nicht in den Kram passen. Falls er Aufrecht erhalten wird, ist das lukrative Vertriebskonzept für das iPhone in einem weiteren der wichtigen Märkte Europas Makulatur. Schon in Frankreich muss Orange das iPhone auch ohne Vertrag verkaufen. Insbesondere ginge damit für Apple ein Teil der Beteiligung an den Gesprächsumsätzen, die Apple von T-Mobile erhandelt hat, flöten. Wenn das iPhone in Netzen anderer Mobilfunkbetreiber benutzt wird, die keinen Vertrag mit Apple haben, müssen diese natürlich auch keinen Obulus entrichten. (hjm)

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