iPhone soll (Pseudo-) Multitasking-fähig werden

9. April 2010, 09:46
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Bedingungen für Apps werden im iPhone OS4 weiter eingeschränkt - weiterer Schachzug gegen Adobe?

Bedingungen für Apps werden im iPhone OS4 weiter eingeschränkt - weiterer Schachzug gegen Adobe?
Apple-Chef Steve Jobs hat gestern abend im amerikanischen Cupertino Einzelheiten zur vierten Version des iPhone-Betriebssystem bekanntgegeben. Wichtigste Neuerung ist zweifellos die Ankündigung, dass die jüngste Version Multitasking-fähig werden soll - ein Feature, das viele iPhone-Nutzer bislang schmerzlich vermisst haben. Allerdings ist Apples Multitasking-Feature eine kleine Mogelpackung, denn nur wenige Apps werden davon in echter Multitasking-Manier profitieren können.
"Gefrier-Multitasking"
Für die Umsetzung des "Apple-Multitaskings" setzt der Konzern neu auf eine Art Taskleiste, die erscheint, wenn der Nutzer den Home-Button zweimal berührt. Diese zeigt die vier meistgenutzten Apps und erlaubt es damit, schnell zwischen Applikationen zu wechseln, ohne zum Startbildschirm zurückzukehren. Zusammen mit neuen Tools im Software Developer Kit (SDK) können Entwickler nun festlegen, dass Apps ihren momentanen Status beispielsweise auch einfrieren können. Damit kann zwischen verschiedenen Apps hin- und hergeschaltet werden - allerdings ohne dass diese effektiv im Hintergrund weiterlaufen. Denn der momentane Status der Apps wird ganz einfach eingefroren und im Flash-Speicher bereit gehalten.
Doch erweitert Apple auch die Möglichkeiten für Hintergrund-Dienste. Allerdings schränkt Apple die Bandbreite solcher Background-Task-Apps ein. So soll etwa ein Audio-Service dafür sorgen, dass Apps, die zum Abspielen von Musik dienen, im Hintergrund laufen und dabei eine weitere App laufen kann. Dasselbe gilt für Voice-over-IP-Tasks oder Applikationen, die auf GPS-Positionsdaten zurückgreifen, die ebenfalls zusammen mit einer weiteren Applikation laufen dürfen.
Neben den Multitasking-Möglichkeiten enthält iPhone OS4 nun auch die Möglichkeit, mehr Ordnung zu schaffen und Apps in Ordner zu gruppieren. Mit dem "Game Center", ein soziales Spielenetzwerk, widmet sich Apple nun auch vermehrt den Spiele-Applikationen, die sich immer grösserer Beliebtheit erfreuen sollen. Ausserdem erhält das iPhone auch Funktionen für Unternehmen wie etwa E-Mail-Verschlüsselung, Mobile Device Management (Verteilung vorgefertigter Konfigurationen), Wireless App Distribution (Verteilung firmeneigener Apps), Unterstützung von Exchange Server 2010 und mehrerer Accounts sowie SSL und VPN.
Lukrativer Werbemarkt
Wie ebenfalls bekannt wurde, will sich Apple nun auch ein Stück vom lukrativen (Mobile-) Werbemarkt abschneiden. Mit "iAd" sollen Entwickler die Möglichkeit erhalten, Werbung in ihre Apps einzubauen. Apple übernimmt bei "iAd" den Verkauf und die Schaltung der Werbung und will dafür bescheidene 40 Prozent des Erlöses für sich behalten.
Neuer Schachzug gegen Adobe?
Eine Änderung in den Bedingungen für die Programmierung von iPhone-Apps macht derzeit in diversen Blogs die Runde. Demnach schränkt Apple die Bedingungen für die Programmierung von Apps weiter ein. Wie etwa das Blog Engadget berichtet, schreibt Apple nun unter anderem vor, dass Apps nur in Objective-C, C, C++ oder Javascript geschrieben sein und mit den dokumentierten APIs gelinkt werden darf. Daran dürfte gerade Flash-Hersteller Adobe wenig Freude haben. Adobe, dessen Produkt Flash von Steve Jobs quasi offiziell wegen seinem Ressourcenhunger vom iPhone verbannt ist, sucht seit geraumer Zeit alternative Möglichkeiten, um auf Apples Smartphone zu gelangen. Mit der neuen Einschränkung in den Nutzungsbedingungen werden nun aber auch Technologien wie etwa Adobes iPhone Compiler in Flash CS5 ausgeschlossen. Ein Schachzug, der Adobe weiter schmerzen dürfte. (bt)

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